„Das Stadtkind geht aufs Land, damit die Kirche im Dorf bleibt.“ Mit diesen Worten hatte der neue Gollhöfer Pfarrer Frederik Heid beim Begrüßungsempfang zu seinem Dienstantritt die Sympathien der Gemeindemitglieder sofort auf seiner Seite. Aber auch so zeigte ihm die Gemeinde, wie sehr sie sich freut, dass nach exakt 1034 Tagen Vakanz wieder ein Pfarrer da ist.
Entsprechend herzlich war der Empfang im Pfarrhof, zu dem sich rund hundert Einwohner eingefunden hatten – neben vielen Gemeindemitgliedern auch der Posaunenchor, die Kindergottesdienstkinder mit Team, Vertreter des Seniorenkreises, der Evangelischen Landjugend, des Kindergartens sowie Bürgermeister Heinrich Klein.
Mit Zitaten aus dem Wilhelm-Schmerl-Buch „Der Pfarrherr von Gollhofen“ begrüßte Harald Trabert, Vertrauensmann der Kirchengemeinde, Frederik Heid als 28. Pfarrer der Pfarrstelle Gollhofen. Neben der halben Pfarrstelle Gollhofen wird Heid auch die halbe Pfarrstelle Uffenheim III innehaben. Da aufgrund des baulichen Zustandes das Pfarrhaus in Gollhofen aktuell nicht bewohnbar ist, wird Heid gemeinsam mit seiner aus Bad Windsheim stammenden Frau Anna, die als Zahnärztin arbeitet, im derzeit leerstehenden Pfarrhaus in Wallmersbach wohnen.
Den „halben Pfarrer“ thematisierte der Kindergottesdienst mit einer Papierpuppe und fragte, ob man denn nun das Herz und den Kopf oder lieber die Beine haben wolle. Oder vielleicht eine Längsteilung, mit von allem etwas? Letztlich entschieden sich die Kinder aber den ganzen Menschen Heid zu begrüßen und taten dies mit schwungvollen Liedern.
Große Willkommensfreude drückten auch die musikalischen Beiträge des Posaunenchores unter der Leitung von Manfred Ruhl aus sowie die Grußworte von Bürgermeister Heinrich Klein. Er betonte das gute Zusammenspiel von politischer und kirchlicher Gemeinde: „Die Rathaustüre steht Ihnen immer offen.“ Auch Kindergartenleiterin Katja Zahner begrüßte Heid als Pfarrer und freute sich auf die Zusammenarbeit. Heid ist als Gollhöfer Pfarrer auch zuständig für die dreigruppige evangelische Kindertagesstätte.
Heid sagte, er freue sich auf sein Wirken hier: „Mich interessiert, was Sie interessiert. Wie sehen Sie die Zukunft der Kirche? Kommen Sie auf mich zu, ich freue mich auf die Gespräche mit Ihnen“, versicherte er. Dass Gollhofen ein besonders Dorf sei, habe er bereits bei den verschiedenen Kontakten in den vergangenen Monaten gemerkt. Er treffe hier auf lebendigen Glauben und eine aktive Gemeinde, die die Herausforderungen der Zukunft hoffnungsvoll und tatkräftig anpacke. Dass er schon viel über Gollhofen wusste, wurde in einem Gedicht deutlich, das er eigens für seinen Einstand verfasst hatte.
Nach dem offiziellen Teil der Begrüßung lud der Kirchenvorstand zum Stehempfang in die Pfarrscheune ein, wo sich bereits viele Gemeindemitglieder beim neuen Pfarrer und seiner Ehefrau vorstellten und mit ihnen ins Gespräch kamen.
Frederik Heid ist in Aschaffenburg aufgewachsen. Nach seinem Abitur machte er ein Freiwilliges Soziales Jahr in Kanada und studierte Theologie in Frankfurt und Erlangen. Sein Vikariat absolvierte er in Herzogenaurach.
Die Ordination von Frederik Heid und die offizielle Einführung in seine Pfarrstellen findet am Samstag, 16. September, ab 14 Uhr in der Johanniskirche in Gollhofen durch Regionalbischöfin Gisela Bornowski und Dekan Max von Egidy statt.