Der mittelständische Werkzeugbauer „Croner” aus Alberndorf (Gemeindeteil von Sachsen bei Ansbach) gibt seinen Betrieb mit 33 Angestellten auf. Grund ist die billige Konkurrenz aus dem Ausland.
In zweiter Generation leiten die Brüder Wolfgang und Matthias Croner das 1988 gegründete Familienunternehmen, das 33 Menschen beschäftigte und insbesondere als Zulieferer für die Automobilindustrie fertigte. Nun verabschiedeten sie die letzten Mitarbeiter und suchen einen Nachmieter für das Firmengelände.
„Wir haben alle Aufträge erfüllt und verlassen das Spielfeld erhobenen Hauptes”, sagt Geschäftsführer Wolfgang Croner am letzten offiziellen Arbeitstag über die Schließung seines Betriebs. Die ausländische Konkurrenz, insbesondere aus Asien, die teilweise für die Hälfte der Kosten produzieren könne, mache dem Unternehmen seit Jahren zu schaffen. Seit März habe Croner daher keine neuen Aufträge mehr angenommen.
Um der drohenden Insolvenz zu entgehen, „blieb uns nichts anderes übrig als die Geschäftsaufgabe”, fällt das triste Fazit des Geschäftsführers im Gespräch mit der FLZ aus. Der hochmoderne Maschinenpark werde verkauft. Immerhin seien alle Mitarbeiter bereits an andere Firmen vermittelt worden. Dabei haben die beiden Brüder intensiv unterstützt.
Dass ihr Unternehmen kein Einzelfall sein würde, ist sich Wolfgang Croner sicher. Angesichts der weit billigeren Produktionskosten anderswo und der veränderten Anforderungen wegen der Umstellung auf E-Mobilität in der Automobilindustrie sei die Marktlage angespannt: „Es kracht fürchterlich in unserem Gewerbe.”
Dabei sei die Branche des Werkzeug- und Formenbaus die Grundlage für jede Fertigung von Artikeln in größeren Stückzahlen – „kein Werkzeug – keine Fertigung”, beschreibt Croner die Problemstellung knapp. Deshalb treffe auch jeder Stellenabbau und jede Einsparung in der Fertigung den Werkzeugbau um ein Vielfaches härter. Zudem scheint das Qualitätssiegel deutschen Werkzeugbaus zunehmend an Bedeutung zu verlieren. „Und das Thema Nachhaltigkeit fällt aktuell komplett hinten über”, sorgt sich Croner.