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Veröffentlicht am 01.01.2024 17:09

Für Pfarrerin Doris Klimm stand ihr Beruf mit acht Jahren fest

Doris Klimm wird im neuen Jahr als Pfarrerin in Emskirchen tätig sein. Ihre Einführung erfolgt am 6. Januar, ab 14 Uhr. (Foto: Ute Niephaus)
Doris Klimm wird im neuen Jahr als Pfarrerin in Emskirchen tätig sein. Ihre Einführung erfolgt am 6. Januar, ab 14 Uhr. (Foto: Ute Niephaus)
Doris Klimm wird im neuen Jahr als Pfarrerin in Emskirchen tätig sein. Ihre Einführung erfolgt am 6. Januar, ab 14 Uhr. (Foto: Ute Niephaus)

Für Doris Klimm war schon im Alter von acht Jahren klar: Sie will Pfarrerin werden. An diesem als Drittklässlerin gefällten Entschluss hielt sie fest und studierte nach dem Abitur Theologie in Tübingen, Brasilien und München. Ab Januar übernimmt die 62-Jährige die zweite Pfarrstelle in Emskirchen mit einer halben Stelle.

Die Einführung erfolgt in Rahmen eines Gottesdienstes am Samstag, 6. Januar, ab 14 Uhr in der St.-Kilians-Kirche. Die gebürtige Münchnerin freut sich auf die neue Herausforderung. Der Fokus wird auf den Gottesdiensten, Kasualien und der Seelsorge im Allgemeinen liegen. Pfarrerin Helga von Niedner, die sich mit ihrem Mann Moritz von Niedner eine Stelle teilt, wird sie zudem bei der Konfirmandenarbeit unterstützen.

Vorfreude auf die beiden Kitas

Während der Elternzeit der Kinder- und Jugendreferentin wird Doris Klimm zudem in den beiden evangelischen Kitas der Gemeinde aktiv sein. „Ich arbeite gern mit Kindern zusammen“, sagt die Pfarrerin, die weiter in Nürnberg wohnen wird und nach Emskirchen pendelt. „Mit dem Zug geht das schnell.“

Im Laufe der Jahre war Doris Klimm schon in einigen Pfarreien aktiv. Ihr Vikariat absolvierte sie in der Kirchengemeinde Alfershausen-Heideck im Dekanat Weißenburg. Als nächste Stationen folgten München (Himmelfahrtskirche) und eine Eleternzeitvertretung am Theresia-Gerhardinger-Gymnasium am Anger der Arme Schulschwestern und dann Olching.

Dort starb ihr Mann an Krebs. „Es war eine sehr schwere Zeit.“ Vor allem auch, da sie nur drei Tage nach der Beerdigung die neue Stelle in Dentlein am Forst antrat. „Das war im Nachhinein zu viel, ich habe mich nach zwei Jahren beurlauben lassen.“

Die rund vierjährige Auszeit tat ihr gut und half den Verlust zu verarbeiten. In dieser Zeit ging sie ein halbes Jahr nach Brasilien, wo Verwandte leben. Dort war sie schon während des Studiums im Rahmen eines Austausches der bayerischen Landeskirche gewesen. Was reizt sie an diesem Land? Doris Klimm muss nicht lange überlegen: Es sind die Natur, die Gerüche, das Meer und die Menschen, die trotz ihres oft schweren Alltags gerne dort leben.

Nach der Auszeit wirkte sie als Pfarrerin in Heinersreuth bei Bayreuth, danach in Bayreuth und zuletzt in Fürth-Ronhof. Nachdem die dortige Stelle gestrichen wurde, ließ sie sich zunächst erneut beurlauben und erfuhr dann von der Stelle in Emskirchen.

„Die hat mir sofort gefallen“, sagt Doris Klimm, die sich schon auf die Gemeinde und die Begegnungen freut. Gerade die Gespräche über den Glauben seien stete Motivation für sie. „Das ist bereichernd und anregend.“

Sie liebt es zudem, Gottesdienste zu halten. „Sie müssen etwas mit unserem Alltag zu tun haben.“ Eine gute Predigt durchziehe das Leben, gebe Impulse. Deshalb ist es der 62-Jährigen, die in ihrer Freizeit gern schicken Modeschmuck fertigt, wichtig, darin auch allgemeine menschliche Aspekte einzuflechten.

Im Gespräch mit der Redaktion kommt sie auch auf ein Thema zu sprechen, das sie sehr beschäftigt, fassungslos macht. Es geht um den vielfältigen (Macht-)Missbrauch in der Kirche. Der habe den Glauben vieler vergiftet und unfassbaren Schaden angerichtet. Hier gehe es um Überschreitungen und viele zerstörte Leben.

Angesichts dessen könne man sich als Geistlicher noch so sehr anstrengen – die Folgen des Missbrauchs und die Traumata ließen sich nie wieder gutmachen. Gerade deshalb ist es ihr sehr wichtig, für andere Menschen da zu sein und als Ansprechpartnerin sowie Seelsorgerin zu fungieren – ab sofort in Emskirchen.

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