An der Grundschule Obernzenn ist ein neuer Lese-Club gestartet. Unter dem Motto „Lesen und Gärteln – gemeinsam fit für die Zukunft durch Bildung und Nachhaltigkeit“ kommen Ehrenamtliche ab sofort ein- bis zweimal in der Woche in die Mittagsbetreuung, um mit den Kindern der Klassen eins bis vier gemeinsam zu lesen.
Nach den Sommerferien wollen die „Lese-Patinnen“ – aktuell sind es nur Frauen – außerdem mit den Kindern gemeinsam gärtnern und dafür das Wiesengrundstück auf der Nordseite der Schule nutzen. Los gehen soll es im September mit fachlicher Unterstützung der ausgebildeten Baumwartin und Gemeinderätin Barbara Stadlinger zunächst mit dem Anlegen von Hochbeeten.
Das Projekt wird von der Seniorenbeauftragten, Nachbarschaftshilfe-Koordinatorin und Gemeinderätin Sylvia Crane organisiert und führt unter anderem engagierte Mitbürger aus verschiedenen Bereichen mit der heranwachsenden Generation zusammen. Träger der Aktion, die vom Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gefördert wird, ist das Freiwilligenzentrum „mach mit!“ des Caritasverbandes Neustadt.
Im Lese-Club dürfen die Kinder, die im Anschluss an den Unterricht noch in der Schule bleiben und bis in den Nachmittag hinein betreut werden, in Kleingruppen aus ihren Lieblingsbüchern vorlesen. Gemeinsam mit den Lese-Patinnen soll dann vor allem an der Lesekompetenz, dem Lese- und Sprachverständnis, dem Vokabular und der Aussprache gearbeitet werden. Wie Schulleiterin Petra Fink betont, richtet sich das Angebot nicht in erster Linie an Migrantinnen und Migranten. Vielmehr soll bei allen Kindern die Freude am Lesen gefördert und vielleicht sogar im einen oder anderen Fall ganz neu geweckt werden.
Die Unterstützung ist den Lehrkräften hochwillkommen. „Bedauerlicherweise hat das Leistungsniveau der Schüler in diesem Bereich seit Corona nachgelassen“, berichtet Fink. Denn die Pandemie habe tiefe Spuren hinterlassen. „Das spüren wir immer noch.“
Um das Team zu verstärken, werden weitere Freiwillige gesucht. „Wir würden uns auch über ein paar handwerklich begabte Personen freuen, die vielleicht Lust haben, mit den Kindern die Hochbeete zu bauen“, sagt Sylvia Crane. Vor allem bei der Gartenarbeit soll Nachhaltigkeit großgeschrieben und auf Recyclingmaterial gesetzt werden. Auch gemeinsames Kochen und natürlich das Verspeisen der regionalen Lebensmittel ist geplant.
„Das Schöne an diesem Projekt ist, dass sich die Ehrenamtlichen mit ihren individuellen Talenten und Ideen einbringen können“, sagt dazu die Leiterin des Caritas-Freiwilligenzentrums, Veronika Polok: „So entsteht und wächst etwas, das Generationen verbindet.“
Zum gemeinsamen Lesen können die Kleingruppen einen großen Teil des Schulgeländes nutzen und je nach Lust, Laune und Wetter drinnen oder draußen arbeiten. Sehr beliebt ist auch bereits die neue Lesebank. Gespendet von Emilija Guggenberger, steht sie auf der Südseite vor der Mensa und lädt zum Verweilen ein.
Damit kommt sie unter anderem auch Guggenbergers Urenkelin Johanna Kühnl zugute, denn die lesebegeisterte Achtjährige besucht die zweite Klasse und die Mittagsbetreuung. Johannas Oma Majda Denzler ist außerdem eine der Lese-Patinnen. „Ich denke, dass der Lese-Club den Kindern viel Spaß machen wird – und mir natürlich auch“, sagt die 69-Jährige.