Für die wachsende Zahl der Elektroautos auf den Straßen werden auch mehr Stromtankstellen benötigt. In Westmittelfranken ist die entsprechende Infrastruktur bislang relativ kleinteilig. Doch jetzt gibt es Pläne für einen Park mit 40 Schnelllade-Anschlüssen. Platziert werden soll er in Wörnitz unweit der Autobahnanschlussstelle.
Erste Informationen gab es im Gemeinderat, der keine Einwände hatte. Realisiert werden soll das Projekt demnach im Gewerbegebiet Hammerstatt, etwa 300 Meter östlich der Auffahrt zur A7. Das dafür vorgesehene und bisher unbebaute Grundstück grenzt direkt an zwei Lebensmittelmärkte an. Neben den 40 E-Ladesäulen soll die Servicestation laut Sitzungsvorlage auch noch einen Wartebereich mit Sanitäreinrichtungen, einen Kfz-Waschplatz und einen Pizza-Automaten umfassen.
Für Westmittelfranken wäre eine Versorgungsstation für Elektro-Autos in dieser Größe ein Novum. Bislang gibt es in der Region vor allem Anlaufstellen mit Einzel-Ladepunkten. Vor allem an Autobahnraststätten oder auf dem Gelände von Stadtwerken finden sich inzwischen zwar Einheiten mit mehreren Strom-Zapfstellen nebeneinander. Ladeparks in der Dimension, die jetzt für Wörnitz vorgesehen ist, sind bislang aber auch überregional rar gesät.
Die größten mit teilweise 50 bis 100 Säulen befinden sich in Norddeutschland, wobei einige dieser Standorte vor allem über Ladepunkte der älteren Generation verfügen, an denen das Stromtanken deutlich länger dauert. In Wörnitz hingegen sollen dem Vernehmen nach ausschließlich Schnelllade-Anschlüsse erstellt werden, an denen ein Auto-Akku nach weniger als einer halben Stunde einen Ladestand von etwa 80 Prozent erreichen kann. Die relativ kurze Wartezeit könnten E-Auto-Besitzer effizient nutzen, indem sie während des Ladevorgangs kleinere Einkäufe in den benachbarten Supermärkten erledigen.
Betrieben werden viele der bestehenden Ladeparks von großen Energiekonzernen. Hinter dem Projekt in Wörnitz steckt, wie Bürgermeisterin Friederike Sonnemann durchblicken ließ, aber ein Schwergewicht aus der Automobilbranche: der US-Hersteller Tesla. Von einem Sprecher des Unternehmens wurden die auf Wörnitz bezogenen Ansiedlungsüberlegungen bestätigt. Detaillierte Angaben etwa zum Investitionsumfang und zu den strategischen Überlegungen waren jedoch nicht zu bekommen.
Im Wörnitzer Rathaus wird einstweilen davon ausgegangen, dass bei planmäßigem Verlauf des Genehmigungsprozesses – nächster Schritt ist die Prüfung des Bauantrags im Landratsamt – die Realisierung noch in diesem Jahr starten könnte und die Fertigstellung dann Anfang 2024 möglich wäre.