Mit der geplanten Zusammenlegung von Dekanaten hat man genug zu tun. Jetzt wurde zudem bekannt, dass auf der Landessynode beschlossen werden soll, dass Diakone oder Diakoninnen nicht mehr auf Pfarrstellen eingesetzt werden können.
Auf der Landessynode, die vom 23. bis 26. November in Amberg stattfindet, soll beschlossen werden, dass Diakone und Diakoninnen sowie Religionspädagogen und Religionspädagoginnen nicht mehr, wie bisher, auf Pfarrstellen eingesetzt werden können. Berufsgruppenübergreifende (bgü) Stellen wird dies genannt.
Das Thema sprach Jutta Dehler auf der Dekanatssynode in Weigenheim an. Sie wollte nämlich wissen, wie es weitergehen soll – sowohl für die betroffenen Menschen als auch für die Pfarreien. Denn in der Pfarrei Langensteinach ist die Religionspädagogin Katharina Müller-Romankiewicz eingesetzt, für die Pfarreien Wallmersbach und Lipprichhausen Diakon Patrick Herderich.
Dekan Max von Egidy sagte auf der Dekanatssynode in Weigenheim, dass die Landessynode die Grundzüge der neuen Landestellenplanung beschließen wird. Ein Grundzug werde sein, dass in Zukunft, also in ein paar Jahren, die Stellen nicht mehr einer Pfarrei zugeordnet werden, sondern – wie die Landeskirche das nennt – einem „Nachbarschaftsraum”. Der Dekan nannte es „Region”.
Max von Egidy erklärte, dass es dann zum Beispiel nicht mehr die Pfarrstelle Weigenheim gebe, sondern es gebe dann so und so viele Pfarrstellen für die Region Uffenheim. Wo der Dienst geleistet werde, werde vor Ort entschieden. Natürlich werde es örtliche Zuständigkeiten auch in Zukunft geben.
Die Landeskirche möchte, dass es in der Region „multiprofessionelle Teams“ gibt. „Da gehören dann Diakone, Religionspädagogen, Pfarrer und Kirchenmusiker dazu.“ Das Landeskirchenamt möchte, dass zum Beispiel ein Diakon dort wirkt, wo sein Ausbildungsschwerpunkt lag. Das sei leider aktuell der Plan. „Da gibt es jetzt Widerstand“, informierte der Dekan. „Wir hier in Uffenheim, aber auch andere in Bayern, machen super Erfahrungen mit Menschen, die eine Begabung haben“, sagte von Egidy. Es gebe Religionspädagoginnen und Diakone, die könnten „ganz toll“ die Rolle der Pfarrperson ausfüllen. „Damit haben wir beste Erfahrungen hier“, wiederholte der Dekan.
Die Landeskirche denke anders, aber es sei noch nicht entschieden. Vielleicht gebe es Wege, wie man die Vorstellungen aus Uffenheim und anderswo berücksichtigen könnte, vielleicht gebe es auch Ausnahmeregelungen.
Katharina Müller-Romankiewicz erläuterte die Situation der Diakone und Diakoninnen sowie der Religionspädagoginnen und Religionspädagogen. Die Bezahlung liege zum Beispiel drei Gehaltsstufen unter denen von Pfarrern und Pfarrerinnen. Sie seien nicht ordiniert, sie dürften nicht den Pfarrertalar tragen. Lange sei man in den Kirchenvorständen nicht stimmberechtigt gewesen. Auf eigene Kosten habe man Forstbildungskurse besucht.
Die jetzige Planung der Landeskirche empfinde man „als einfach nur unfair und nicht nachvollziehbar“, denn man habe sich ja entsprechend weitergebildet, um alle Voraussetzungen zu erfüllen.
Mit einer Unterschriftenaktion soll versucht werden, diese Entscheidung zu verhindern und angemessene Rahmenbedingungen für die Stelleninhaber zu schaffen. Diese ist im Internet erreichbar.
In der Synode war mit Blick auf die Absicht der Landeskirche von „weltfremd“ die Rede. Auch wurde der Vorschlag unterbreitet, dann aus der Kirche auszutreten. Einstimmig sprach sich die Dekanatssynode dafür aus, die bisherige Praxis der bgü-Stellenbesetzung beizubehalten und die Stelleninhaber angemessen zu bezahlen.