Kongress in Rothenburg: Kräuter für einen ruhigen Schlaf | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 10.05.2024 09:39

Kongress in Rothenburg: Kräuter für einen ruhigen Schlaf

Seit 1996 Teilnehmerin beim TCM-Kongress: Birte Hinz. (Foto: Irmeli Pohl)
Seit 1996 Teilnehmerin beim TCM-Kongress: Birte Hinz. (Foto: Irmeli Pohl)
Seit 1996 Teilnehmerin beim TCM-Kongress: Birte Hinz. (Foto: Irmeli Pohl)

Im Wildbad werden in dieser Woche wieder von Fachleuten aus aller Welt sämtliche Facetten der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) beleuchtet. Beim 55. Kongress dieser Art mit von der Partie ist auch Birte Hinz aus Frankfurt. Die Heilpraktikerin genießt diese Art von Austausch mit Kolleginnen und Kollegen.

„Ich bin schon seit 1996 auf dem Kongress dabei“, erinnert sich Hinz. Die gebürtige Bremerin hatte, wie sie berichtet, zunächst in Berlin Medizin studieren wollen. „Das habe ich dann gelassen und den Heilpraktiker gemacht“. Dabei setzte sie ihren Schwerpunkt auf Phytotheraphie, Akupunktur und chinesische Diagnostik.

Als Dozentin im Topplersaal aktiv

Die nun in Frankfurt wohnende Heilpraktikerin referiert seit 2010 auch beim alljährlichen TCM-Kongress in Rothenburg. Heuer hat sie eine Veranstaltungsreihe zu Schlafstörungen, welche Kräuter dabei helfen können und zu westlichen Kräutern. Im Topplersaal, einem in warmes Licht getauchten Raum mit gelb-orangenen Vorhängen, weichem, braunen Parkett und hohen Fenstern, fand ihre Veranstaltung zum Thema Schlafstörungen statt. Die Stühle waren gut besetzt, mit Anfängerinnen und Anfängern, aber auch vielen erfahrenen Praktikern.

Wichtig sei es, dass sich die Teilnehmenden bereits mit den Themen der Chinesischen Diagnostik beschäftigt hätten, so Hinz. Denn während der Veranstaltung fielen immer wieder Begriffe wie „Shen“, „Yin“ oder „Yang“.

Linde, Tausendgüldenkraut und Löwenzahn

„Ansonsten kann jeder teilnehmen“, so Hinz. Mit ruhiger und bedachter Stimme klärte sie die Teilnehmenden über unterschiedliche Heilkräuter und deren Wirkungen in Hinblick auf Unwohlsein, unruhigen Schlaf oder auch Nachwehen von diversen Erkrankungen auf. Unter anderem sei es oft so, dass der Körper nach einer Erkrankung Pathogene in sich behalte, die ausgeleitet werden müssen, so die Heilpraktikerin. Bei einer Antibiotikagabe sei dies nicht gegeben.

„Oftmals heißt es nach Erkrankungen: Ich bin seitdem nicht mehr die Alte“, erzählte Birte Hinz über ihre Erfahrungen aus der Praxis. Da könne man als Fachperson ansetzen, denn der Zeitpunkt, an dem die Schlafstörungen einsetzten, gebe Aufschluss über die Kräuter, mit denen diese behandelt werden können, und auch über die Ursache der Probleme.

Nach Antibiotikagabe könnten sich Krankheitsbilder verändern, erklärte Birte Hinz den Teilnehmenden. Dadurch blieben die Pathogene und Toxine im Körper und verweilten dort. Um die Überbleibsel der Erkrankungen hervorzuholen, eigne sich bei den unterschiedlichen Symptomen beispielsweise die Linde, das Tausendgüldenkraut oder auch der Löwenzahn. Besonders Bitterstoffe sorgten laut Binz dafür, dass die Pathogene ausgeleitet würden.


Jeder Körper ist individuell

Birte Hinz

Die Teilnehmenden tauschten sich aus über die verschiedenen Kräuter, wie sie damit umgehen und wie unterschiedlich ihre Wirkungen sind. So sei jeder Körper individuell und vertrage auch jede Heilpflanze individuell gut, so Hinz. Was also für den einen gut verträglich sei, könne für die andere Auslöser für weitere Beschwerden sein. Rege ging Hinz auf die Fragen der Teilnehmenden ein, notierte sich dabei auch Erfahrungen, von denen diese berichteten, und kam so in den Austausch. Dieser sei ihr auf dem TCM-Kongress seit fast 30 Jahren sehr wichtig, so die Heilpraktikerin.

Heuer findet dieser das vorerst letzte Mal im Wildbad statt, weil dessen Zukunft seit der Entscheidung der evangelischen Landeskirche, den Tagungsbetrieb einzustellen, völlig unklar ist. „Dann ist es nächstes Mal eben wieder in der Stadt oben, so wie früher“, spekuliert Hinz.

Das noch bis Samstag, 11. Mai, laufende Programm des 55. TCM-Kongresses widmet sich dem Themenschwerpunkt „Shen und Psyche – Herz-Kreislauf-Erkrankungen“. Laut Mitteilung der Veranstalter hatten sich für die Tage im Wildbad rund 650 Menschen aus 30 unterschiedlichen Ländern angemeldet.


Von Irmeli Pohl
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