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Veröffentlicht am 10.12.2023 16:23

Lohnt sich ein Güterbahnhof für das Industriegebiet Interfranken?

Um das Industriegebiet Interfranken an die Bahnstrecke Nürnberg-Stuttgart anschließen zu können, muss die Bahn noch technische Voraussetzungen schaffen. (Archivfoto: Jürgen Binder)
Um das Industriegebiet Interfranken an die Bahnstrecke Nürnberg-Stuttgart anschließen zu können, muss die Bahn noch technische Voraussetzungen schaffen. (Archivfoto: Jürgen Binder)
Um das Industriegebiet Interfranken an die Bahnstrecke Nürnberg-Stuttgart anschließen zu können, muss die Bahn noch technische Voraussetzungen schaffen. (Archivfoto: Jürgen Binder)

Drei Themen treibt der Zweckverband Gewerbe-/Industriegebiet Interfranken momentan vor allem voran: das Schienen-Güterverkehrszentrum, den Autobahnanschluss und die Wasserstofferzeugung.

Bei einer Sitzung der Verbandsversammlung in Feuchtwangen sagte der Vorsitzende, Bürgermeister Patrick Ruh, man werde sich um eine Förderung für den Bau eines Elektrolyseurs in Feuchtwangen bewerben. Ruh rechnet sich gute Chancen dafür aus und strebt einen Baustart in zwei Jahren an.

Grünen Wasserstoff erzeugen

In Zusammenarbeit mit der Hochschul-Außenstelle, den Stadtwerken und Unternehmen aus der Region soll grüner Wasserstoff aus Solarstrom erzeugt werden. Er könnte eine Wasserstoff-Tankstelle versorgen und ins Erdgasnetz eingespeist werden. Im nächsten Quartal werde man die Öffentlichkeit voraussichtlich ausführlicher darüber informieren.

Ob es eine Fortsetzung des Wasserstoff-HyStarter-Projekts geben wird, an dem Interfranken teilgenommen hatte, hänge vom Ergebnis der Haushaltsberatungen auf Bundesebene ab, informierte der Vorsitzende. Auf dem Gebiet des künftigen Gewerbeparks selbst sollen die Voraussetzungen für den Bau eines Güterbahnhofs geschaffen werden.

Digitale Weichen als Voraussetzung

Dazu gehört laut Ruh, dass die Weichen auf der Bahnstrecke digital gesteuert werden. Nur dann könne der Anschluss integriert werden. Geplant ist das von der Bahn eigentlich erst 2031. Damit es schneller geht, strebt der Verband die Einbindung in eine Aktualisierung im Raum Ansbach an.

Derzeit wird analysiert, wie viel in dem Güterverkehrszentrum umgeschlagen werden könnte. Nach Einschätzung von Geschäftsführerin Hedwig Schlund zeichnet sich ab, dass die Mengen wegen der vielen internationalen Verkehrsbeziehungen ausreichend für den Bau sein werden.

In Gesprächen mit regionalen Unternehmen habe sich gezeigt, so Patrick Ruh, dass Schnelligkeit und Preis für die Firmen entscheidend seien. Ökologische Vorteile würden durchaus gesehen, aber momentan sei die Bahn nicht flexibel genug für einen Umstieg von der Straße auf die Schiene.

Absprachen mit der Autobahngesellschaft

Ergänzend meinte der Schillingsfürster Bürgermeister Michael Trzybinski, beim Thema Wasserstoff müsse auch der Landkreis „seine Hausaufgaben machen“, damit es keine Nachteile für die Unternehmen in der Region gebe, die sonst abwandern könnten. Zur geplanten Autobahn-Anschlussstelle an die A7 nördlich des Autobahnkreuzes laufen derzeit die Absprachen mit der Autobahngesellschaft des Bundes. Wenn diese abgeschlossen seien, könne der Planfeststellungsbeschluss beantragt werden.

Schon jetzt beschloss die Versammlung, einen Bebauungsplan für die Anschlussstelle, die Energieversorgung im Gebiet und Entwässerungsmaßnahmen aufzustellen. Baulastträger für den Autobahnanschluss ist zwar der Kreis, zahlen muss aber der Zweckverband, stellte Ruh erneut klar.

Die Kosten sind noch offen, könnten aber bei 20 Millionen Euro oder mehr liegen. Refinanziert werden soll dies über die Grundstücksverkäufe an ansiedlungswillige Unternehmen. Nach Angaben des Vorsitzenden könnten im Gebiet von Interfranken bis zu 1,5 Milliarden Euro investiert werden, was die Kosten für die Infrastruktur relativiere.

Neben dem Bebauungsplan wurden auch eine Veränderungssperre und eine Vorkaufsrechtssatzung für die zu überplanende Fläche beschlossen. Auch für den Kern-Bebauungsplan für das Industriegebiet wurden eine Veränderungssperre und eine Vorkaufsrechtssatzung beschlossen. Als Grund nannte Patrick Ruh, dass bisher noch nicht alle notwendigen Flächen im Besitz des Verbands seien. Die Regelung gilt zunächst für zwei Jahre, kann aber laut Geschäftsführerin Schlund verlängert werden.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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