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Veröffentlicht am 07.12.2023 16:27

Petition soll das Wildbad in Rothenburg retten

Das Wildbad soll Tagungsstätte bleiben. So lautet die Forderung einer Online-Petition, unter die sich inzwischen mehr als 1800 Menschen eingetragen haben. (Foto: Jürgen Binder)
Das Wildbad soll Tagungsstätte bleiben. So lautet die Forderung einer Online-Petition, unter die sich inzwischen mehr als 1800 Menschen eingetragen haben. (Foto: Jürgen Binder)
Das Wildbad soll Tagungsstätte bleiben. So lautet die Forderung einer Online-Petition, unter die sich inzwischen mehr als 1800 Menschen eingetragen haben. (Foto: Jürgen Binder)

Die Ankündigung der evangelischen Landeskirche, den Betrieb im Wildbad einzustellen und das Haus zu verkaufen, stößt bei vielen Menschen auf Unverständnis. Das zeigt auch die Beteiligung an einer gegen die Schließung gerichteten Online-Petition. Innerhalb weniger Tage gingen dort über 1800 Unterschriften ein.

Initiiert haben die Aktion Christine Birmann und Camilla Ebert, zwei Ausschuss-Mitglieder des Vereins Alt-Rothenburg. Alle Bürgerinnen und Bürger, denen das Wildbad als Ort der Begegnung am Herzen liege, seien zur Unterstützung aufgerufen, schreiben die beiden. Möglich sei das über einen Eintrag auf einer Petitionsplattform im Internet.

Unterschriftenlisten liegen aus

Überdies lägen auf dem Reiterlesmarkt, bei Eisen Keitel und in anderen Geschäften Listen aus, in denen für das Anliegen unterschrieben werden kann. Die Aktion laufe bis Samstag, 6. Januar, so Christine Birmann und Camilla Ebert.

Weite Teile der Bevölkerung und Gruppierungen in der Stadt seien „sprachlos und entsetzt“ über die Planungen der Landeskirche, betonen die Initiatorinnen. Das Wildbad sei nicht nur ein beliebtes Tagungszentrum für Gäste aus aller Welt, sondern „ein wichtiges soziales und kulturelles Zentrum für die Stadt Rothenburg und ihre Umgebung“.

Die heutige Gesellschaft brauche dringend Einrichtungen wie das Wildbad, „um auf die Herausforderungen der heutigen Zeit mit der Gefahr des Verlustes an Orientierung und eines Auseinanderdriftens von Bevölkerungsgruppierungen zu reagieren“. Gerade hier könne und müsse die Kirche „ihren wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten“. Es brauche Räume, „wo dieses Miteinander in einem menschlich-humanistisch-christlichen Sinne gelebt werden kann“, betonen die beiden, die auch das „bemerkenswerte Engagement“ der Mitarbeitenden des Wildbades unterstreichen.

Über 500 Gruppen im Jahr und zig Veranstaltungen

Das Haus sei bei vielen ehrenamtlichen Institutionen beliebt, etwa bei Kirchenchören und Kirchenvorständen. Aber auch Firmen nutzten es für Aktivitäten. Rund 550 Gruppen logierten hier pro Jahr und sorgten für etwa 16.000 Übernachtungen. 2023 hätten überdies mehr als 90 Kulturveranstaltungen im Wildbad stattgefunden.

Das Haus für rein kommerzielle Zwecke umzuwidmen, werde der Seele des Wildbads nicht gerecht, heißt es im Petitionstext weiter. Er endet mit der Bitte an die evangelische Landeskirche, von einem Verkauf abzusehen.

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