Beim Evangelischen Diakonieverein am Hesselberg haben sich seit der letzten regulären Mitgliederversammlung im Jahr 2019 einige personelle und inhaltliche Veränderungen ergeben, wie in einem Pressegespräch mit Pflegedienstleiterin Petra Beck und Schriftführerin Lilly Engelhard deutlich wurde.
Als mittlerweile einzige Frau der ersten Stunde erläuterte Engelhard die Entwicklung des 1976 von Pfarrer Reinhard Schmidt aus der Taufe gehobenen Vereins. Der Verein war zunächst Anstellungsträger der Pflegekräfte mit Lilly Engelhard in der Buchhaltung. Erst nach dem Weggang von Pfarrer Schmidt im Jahr 1985 wurden die Vereine im Altlandkreis Dinkelsbühl, die in einer Arbeitsgemeinschaft geführt wurden, zu einem Diakonischen Werk zusammengeschlossen.
Ein vom Verein als Dienstwohnung angekauftes Haus wurde nicht mehr benötigt. Dies war gleichzeitig der Startpunkt für die Planungen eines Neubaus. Der günstige Grundstückserwerb, die Mittel aus dem Erlös des Hausverkaufs und vor allem die Zuwendung von der Glücksspirale sicherten die Finanzierung, wie Engelhard berichtete.
Im Jahr 2000 wurde das Diakoniehaus errichtet. Die 25-jährige Nutzung für den beantragten Zweck sei fast erreicht und somit eine Bedingung der Glücksspirale erfüllt. Das Forstamt Ehingen und eine Fahrschule haben Räume belegt, was sichere Mieteinnahmen bringt.
Als Ergebnis des Diakonietreffs von engagierten Frauen wurde eine Abwechslung für Senioren und Patienten organisiert, „um das Haus mit Leben zu füllen“.
Ab dem Jahr 2013 wagte man den Versuch, eine Tagespflege im Haus zu installieren. Die Entlastung für pflegende Angehörige wurde gern angenommen. Die Räumlichkeiten des Diakonievereins als Eigentümer wurden an das Diakonische Werk Dinkelsbühl-Wassertrüdingen vermietet.
Dies änderte jedoch nichts daran, dass der Besitzer die nötigen Voraussetzungen schaffen muss, um den Betrieb zu gewährleisten. Dienstwohnungen waren nicht mehr erforderlich, da die meisten Beschäftigten im Nahbereich wohnen. Allerdings war die Einrichtung eines Büros und einer Küche unabdingbar. Ab 2019 wurden die Nachbesserungen geplant, zumal das Haus ursprünglich nicht für den Betrieb einer Tagespflege vorgesehen war. Erhebliche Investitionen wurden also fällig, im Besonderen galt es die Orientierung, Atmosphäre und Sicherheit der teilweise demenzkranken Personen zu gestalten.
Die Klimatisierung für die Sommermonate wurde vorgenommen, das Beleuchtungskonzept erneuert, Schiebetüren halfen über die räumliche Enge hinweg und der Eingangsbereich wurde überdacht und farblich gestaltet. Die Telefonanlage und die gesamte Elektrik wurden auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Der zweite Vorsitzende Martin Schachner kümmerte sich mit großem Engagement um die Zuschussanträge. 75.000 Euro kamen über ein Förderprogramm der Regierung von Mittelfranken. Die gesamte Investition, auch von nicht zuschussfähigen Maßnahmen, wird über einen 160.000-Euro-Kredit sowie über Spenden und Beiträge gestemmt.
In diesem Zusammenhang erinnerte Engelhard daran, dass der Verein vom Finanzamt weiterhin als gemeinnützig anerkannt wird und somit Beiträge und Spenden steuerlich absetzbar sind. Der Verein sei auf Unterstützung angewiesen, zumal die Anzahl der verstorbenen Mitglieder die der Neuzugänge übersteigt.
Den Senioren weiterhin einen behüteten Tag, Unterhaltung und Fürsorge zu bieten, damit sie sich wohlfühlen, sei das wichtigste Anliegen der mittlerweile 47 Jahre bestehenden segensreichen Einrichtung, wurde betont.