Heiße Pizza rund um die Uhr gibt es demnächst in Lichtenau im Landkreis Ansbach. Auf dem Festplatz soll – zunächst für drei Monate – im Bereich der E-Ladesäulen ein Pizzaautomat aufgestellt werden.
Der Betreiber sei an die Verwaltung herangetreten, informierte Bürgermeister Markus Nehmer (SPD). Sollte sich der Standort bewähren, stelle er einen dauerhaften Betrieb in Aussicht. Einen ähnlichen Automaten gibt es beispielsweise in Ansbach an der Schalkhäuser Straße oder in Neustadt/Aisch in der Bamberger Straße.
Der Rathauschef selbst schien dem Ansinnen nicht abgeneigt: „Wenn man nachts um drei aus der Gemeinderatssitzung raus geht, dann so eine heiße Pizza …“ Nicht jeder im Gremium war von dem Vorhaben gleichermaßen angetan, vor allem mit Blick auf die hiesige Gastronomie. „Ich würde denen keine Konkurrenz hinstellen“, selbst wenn das neue Angebot nur nachts genutzt würde, bekundete zum Beispiel UWG-Gemeinderat Roland Treiber. Fraktionskollegin Johanna Irg gab zu bedenken, dass im Umfeld solcher Automaten stets viel Müll anfällt. Die Gemeinde müsste dann Mülleimer aufstellen.
Gewisse Vorteile erkannte dagegen Dr. Christoph Keßler (ebenfalls UWG). Die Zeiten der Gastronomie seien sehr eingeschränkt, bemerkte er. Wegen der vielen Radfahrer, die Lichtenau passieren, solle man sich diese Option „durchaus mal anschauen“. Ihm gefalle „der Kasten“ auch nicht. Aber für drei Monate könnte man das Angebot durchaus testen, fand er.
Mit knapper Mehrheit – neun dafür, sechs dagegen – sprachen sich die Ratsmitglieder für den Testballon aus. Wann der Automat aufgestellt wird, ist noch unklar. Die Verwaltung will sich aber vorbehalten, den Abbau nach drei Monaten anzuordnen, sollte sich das Projekt als Misserfolg erweisen. Zusätzlich ist zu klären, ob bei einer längerfristigen Genehmigung Pacht erhoben werden soll. Zweiter Bürgermeister Friedrich Bauer (UWG) betonte außerdem: „Wir dürfen keinen Dauervertrag machen, sondern immer nur für ein Jahr.“