Eine besondere Auszeichnung erhält am Freitag, 8. Mai, Dr. Jonas Neuser. Dem 28-Jährigen aus Unternesselbach wird der Ohm-Preis vom Department Physik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) verliehen, und zwar für seine herausragende Doktorarbeit.
Das Thema seiner Promotion, die er mit magna cum laude, also einer Eins, abschloss, lautete „Quantenrückwirkungseffekte am Ende der Verdampfung schwarzer Löcher”. Die Auszeichnung kam für den jungen Mann überraschend. „Ich habe mich sehr darüber gefreut. Ich wusste gar nicht, dass mich mein Betreuer dafür vorgeschlagen hat, bis mich vor einem Monat das Department kontaktiert hat”, erzählt er. Bei der Preisverleihung wird er einen Kurzvortrag über seine Arbeit halten. Ansonsten ist er gespannt, was ihn am Freitag erwartet.
Wie kam er auf das Thema? Er wollte gern etwas im Bereich der Grundlagenforschung machen. In der Physik gebe es zwei große Theorien. Neben der Gravitationsphysik, hier gehe es um das Universum, das große Ganze, gebe es die Quantenmechanik. „Meine Idee war, die beiden Bereiche zu verbinden. Das nennt man Quantengravitation.” Spannend seien die schwarzen Löcher. Dabei handele sich um Regionen im Universum, aus denen nichts entkommt, noch nicht einmal Licht, erläutert Neuser, der seit September 2025 als Post-Doc an der Universität in Odense (Dänemark) im Forschungsbereich tätig ist.
Schon während des Besuches des Neustädter Friedrich-Alexander-Gymnasiums interessierte sich der Unternesselbacher für Physik und Astrophysik. Das Universum fand er äußerst spannend. Ihn faszinierten die gewaltigen Energien großer Objekte und wie die Theorie des Größten mit der Theorie des Kleinsten wechselwirkt. Er nahm am Erlanger Schülerforschungszentrum (ESFZ) sowie an der Juniorakademie Bayern am Fraunhofer-Institut Erlangen teil.
Nach dem Besuch des Teilchenbeschleunigers in der Schweiz im Rahmen der CERN-Projektwochen reifte der Entschluss, Physik zu studieren, was er auch an der FAU tat ,wo er 2019 den Bachelor machte. Dort wurde auch sein Interesse an der Teilchenphysik geweckt. „Gleichzeitig haben mich das Universum, Galaxien, Sterne und Planeten interessiert.” Der Master folgte 2020 im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes im kanadischen Waterloo in der Nähe von Toronto am Perimeterinstitut. Dabei handelt es sich um eine Forschungseinrichtung, die der Universität angeschlossen ist, erzählt der 28-Jährige, der in seiner Freizeit musiziert (er spielt Trompete und Akkordeon), schwimmt, wandert und sich gern in der Natur aufhält.
Danach ging er zurück als Doktorand an die FAU in Erlangen für weitere Forschungen an den schwarzen Löchern. Eine Förderung erhielt er über die Hanns-Seidel-Stiftung. In dieser Zeit hielt er auch Fachvorträge in den USA und Kanada, verfasste diverse Publikationen und seine Doktorarbeit. Seine derzeitige Forschungstätigkeit in Dänemark gefällt ihm. „Die Forschungsgruppe ist international.” So gibt es viel Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern. Wenn die Zeit in Odese 2027 endet, plant er, eine akademische Laufbahn einzuschlagen und weiter in der Forschung zu bleiben.
Im Gespräch mit unserer Redaktion weist der sympathische junge Mann noch darauf hin, weshalb die Grundlagenphysik so wichtig ist und wie wir alle davon profitieren. Die Erkenntnisse aus der Quantenmechanik finden sich, wie er unterstreicht, etwa in vielen Anwendungen, seien es Computer oder Laser, die der Relativitätstheorie in GPS-Systemen. Nun freut sich Jonas Neuser jedoch erst einmal auf die Preisverleihung am Freitag.