Der Heimat- und Kulturverein lud zur Auftaktveranstaltung der „Scheinfelder Geschichten“ ins Foyer des alten Rathauses ein. Für die musikalische Umrahmung sorgten die „Zamgwürfelten“. Die Initiatorin und Vorsitzende des Vereins, Tanja Jordan, war „völlig überwältigt“ von der Besucherzahl.
Der untere Stock, der nun der Dauerausstellung eine Heimat bietet, platzte aus allen Nähten, was die stellvertretende Landrätin Ruth Halbritter lobend dem bereits bekannten Geschichtsbewusstsein der Scheinfelder Bevölkerung zuschrieb. Auch der scheidende Bürgermeister Claus Seifert fand anerkennende Worte. Bereits zum Auftakt zeige sich, dass diese Veranstaltung etwas Besonderes sei. Er selbst empfinde es als schön, hier neben dem historischen Bild von Scheinfeld, in das Alltagsleben der Menschen einzutauchen, die zu jener Zeit gelebt haben.
Max Wechsler bedankte sich bei der Stadt Scheinfeld und bei allen Sponsoren, die ihren Teil zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hatten. Von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Steigerwald hatte man 2500 Euro, von der Stiftung der VR Bank 2000 Euro und vom örtlichen Gebrauchtwarenkaufhaus „Komm rein” weitere 500 Euro erhalten.
Die Idee zu den Scheinfelder Geschichten hatte Jordan vor etwa zwei Jahren, als alteingesessene Scheinfelder nach einer Sitzung des Heimat- und Kulturvereins beim gemütlichen Beisammensein einige Anekdoten austauschten. Sie als Zugezogene war sofort fasziniert, denn einige Geschichten waren „der Hammer“ und müssten doch eigentlich für die Nachwelt erhalten bleiben.
Gemeinsam mit Hanns-Peter Bacherle, der für den Film verantwortlich ist, Steve Strässer (Hardware) und Markus Kalipp (Programmierung) investierte sie viel Zeit und sammelte unter dem Arbeitstitel „Stadtgedächtnis“ Geschichten von Scheinfeldern aus deren Kindheit und Jugend in den 1950er bis 1970er Jahren oder Anekdoten, die sie von ihren Eltern oder Großeltern gehört hatten.
Zur Auftaktveranstaltung konnte man den auf Video aufgenommenen Erzählern Willi und Christa Gräf, Alfons und Erika Lang, Marion Hutzler, Hans-Jochen Teufel, Rudolf Ilg, Rosi Walter, Hans Meyer und Ingrid Finster lauschen. Es zeigte sich eine große Bandbreite. Als Nachkriegskind hatte beispielsweise Alfons Lang miterlebt, wie die Amerikaner nach Scheinfeld kamen und mit einer „Friedenswindel” begrüßt wurden. Er bekam mit, wie Kinder auf dem Stadtsee Schlittschuh liefen, Eishockey spielten oder im Winter vergnügt von Eisscholle zu Eisscholle hüpften, aber auch, wie er sich in diesem Zusammenhang mit einer Rettungsaktion eine Tafel Schokolade verdienen konnte, berichtete Hans Meyer.
Wie es ihr damals als einer der ersten Schülerinnen des Gymnasiums Scheinfeld ergangen war, erzählte Ingrid Finser ihrer Interviewpartnerin Salmone Treuheit. Diese und weitere Überlieferungen werden künftig im Eingangsbereich des alten Rathauses für interessierte Scheinfelderinnen und Scheinfelder auf einem großen Bildschirm als Videoaufzeichnung zu sehen sein.