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Veröffentlicht am 28.10.2023 10:00

Tagespflege in Dinkelsbühl: Neues Angebot startet

Gelöste Stimmung herrschte bei Architektin Monika Schneider, Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Bauleiter Daniel Biewald, Geschäftsführer Georg Habelt, Dekan Uland Spahlinger und OB Dr. Christoph Hammer (von links) nach der Eröffnung der Tagespflege. (Foto: Martina Haas)
Gelöste Stimmung herrschte bei Architektin Monika Schneider, Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Bauleiter Daniel Biewald, Geschäftsführer Georg Habelt, Dekan Uland Spahlinger und OB Dr. Christoph Hammer (von links) nach der Eröffnung der Tagespflege. (Foto: Martina Haas)
Gelöste Stimmung herrschte bei Architektin Monika Schneider, Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Bauleiter Daniel Biewald, Geschäftsführer Georg Habelt, Dekan Uland Spahlinger und OB Dr. Christoph Hammer (von links) nach der Eröffnung der Tagespflege. (Foto: Martina Haas)

Manche Dinge brauchen einfach länger, auch weil sie gut überlegt sein wollen. Die Tagespflege des Evangelischen Krankenpflegevereins in Dinkelsbühl ist so ein Projekt. Die Verantwortlichen wollten einfach sicher sein, dass ihr Vorhaben gelingt. Jetzt wurden die neuen Räume in der Von-Raumer-Straße eingeweiht.

Georg Habelt, Geschäftsführer des Vereins, blickte am Freitag zwei Jahrzehnte zurück: Vor 20 Jahren habe es die ersten Überlegungen gegeben, ein solches Angebot in Dinkelsbühl aus der Taufe zu heben. „Aber wir haben uns das damals noch nicht zugetraut“, sagte er. Erst als die öffentliche Förderung solcher Einrichtungen besser geworden sei und auch die Prognosen einen steigenden Bedarf an Tagespflegeplätzen zeigten, „hat uns das den Mut gegeben“, so Habelt.

Die Entwicklung der Tagespflegeangebote im Landkreis Ansbach sieht Landrat Dr. Jürgen Ludwig auf einem guten Weg. Passgenaue örtliche Lösungen seien am besten, war er in seinem Grußwort überzeugt. Überhaupt zeige sich der ländliche Raum bei den sozialen Angeboten gut aufgestellt. Für Dinkelsbühl nannte er die Wohnheime der Lebenshilfe Ansbach und von Diakoneo, das am Mittwoch eröffnet wurde. „Dezentrale Einrichtungen sind der richtige Weg“, stellte Ludwig fest.

Tagespflege als Stütze für pflegende Angehörige

Wie gelingende Rahmenbedingungen für das Älterwerden geschaffen werden könnte, sei eine Aufgabe, an der viele Beteiligte arbeiteten. Dabei gelte die Devise „Ambulant vor stationär“. Und der Landrat freute sich: Im ländlichen Raum seien überdurchschnittlich viele Menschen bereit, ihre Angehörigen zu pflegen. „Um das zu unterstützen, braucht es die Tagespflege.“

Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer blickte auf die Projekte zurück, die in Dinkelsbühl in den vergangenen dreieinhalb Jahren im sozialen Bereich umgesetzt wurden. Dafür brauche es Personal, das es aber nicht immer und überall gebe. Der Fachkräftemangel bereite in der Pflege immense Probleme. Hammer berichtete, dass im Pflegeheim der Dinkelsbühler Spitalstiftung Krankheitsfälle im Team über Zeitarbeitsfirmen kompensiert werden müssten, was teuer sei und die Stiftung auf Dauer finanziell auszehre.

Für die Tagespflege des Krankenpflegevereins gelang es indes, ein neues Team zusammenzustellen. Pflegedienstleiterin Marion Hohlheimer stellte die sechsköpfige Gruppe vor, die schon im Vorfeld viel Kompetenz und Herzblut in den neuen Aufgabenbereich eingebracht habe.

Die ersten Gäste kommen am Montag

Die neuen Räume sollen nun ab Montag, 30. Oktober, zu einem zweiten Zuhause für die Gäste werden. Die Arbeit solle sich an deren Bedürfnissen und Wünschen orientieren, so Hohlheimer.

Dekan Uland Spahlinger und Pfarrerin Kathrin Scheibenberger gestalteten eine Andacht und segneten die Einrichtung. In seiner Ansprache bestätigte der Dekan der Stadt, ein gutes Sozialgefüge zu haben. Bei der Tagespflege sei es zu keiner Zeit um Konkurrenz mit anderen Anbietern gegangen, sondern um eine Ergänzung, betonte Spahlinger.

Geschäftsführer Georg Habelt nannte als Motto des Krankenpflegevereins: „Wir leben Nächstenliebe.“ Und weiter: „Das ist unsere Hauptantriebsfeder.“

Die Dinkelsbühler Tagespflege lädt am Sonntag, 12. November, zum Tag der offenen Tür ein. Von 11 bis 17 Uhr steht das Team für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Die neuen Räume können besichtigt werden.

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