Die Umgestaltung des Rezatparkplatzes sorgt weiter für Diskussionen: Jetzt äußern sich die BAP und die Freien Wähler. Klar ist, dass es einen Kompromiss geben muss, sonst ändert sich auf dem Areal am Fluss nichts.
Als es in der Oktober-Sitzung des Stadtrates um den Rezatparkplatz ging, trafen zwei Seiten aufeinander: die Befürworter eines ökologischen und freizeitorientierten Umbaus der Rezatauen und die Verteidiger der Parkplätze. Nachdem sich beide Seiten stur zeigten und nicht bereit waren, nur einen Millimeter von ihrem Standpunkt abzuweichen, fand keiner der fünf Anträge eine Mehrheit.
Seitdem ist guter Rat teuer. Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) spricht mit den Fraktionen, um die Pattsituation aufzulösen. Auch die Fraktionen selbst sprechen miteinander, bringen, wie beispielsweise die CSU und Die Freien Wähler/Die Ansbacher, gemeinsame Anträge ein oder entwickeln eigene und neue Ideen so wie etwa die Offene Linke Ansbach (OLA).
Mittlerweile hat auch die BAP einen Antrag an die Stadtverwaltung geschickt. Der Antrag bezieht sich auf die Planvariante 3, die mithilfe eines Bürgerrates und in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Ansbach (WWA) erarbeitet wurde. Grob zusammengefasst sieht der Plan vor, den Rezatparkplatz mit ein paar Maßnahmen als Freizeitraum zu erschließen. Allerdings würden dafür rund 200 der über 500 Parkplätze wegfallen.
Die BAP schlägt jetzt eine Änderung für den Bereich Ost vor. Demnach sollen ab der Brücke drei Reihen Schrägparkplätze und dazwischen ein Einbahnring angelegt werden. „Die Gestaltung der Grün- und Freizeitbereiche am Gewässer kann im Wesentlichen genauso wie bei Variante 3 gestaltet werden. Zudem wird empfohlen, ein kleines Seitengewässer durch die Grünzone auszuleiten.
Zudem sieht der Antrag einen zwei Meter breiten Gehweg entlang der Mauer vor, der auch für Radfahrende freigegeben werden sollte. Um für die nötige Beschattung zu sorgen, schlägt die BAP das Pflanzen von hohen Büschen in der Grünzone vor.
Die Diskussionen um den Rezatparkplatz kommt Elke Homm-Vogel (Freie Wähler) nur zu bekannt vor. „Schon vor der letzten Kommunalwahl erhitzten sich die Gemüter ob der Sanierung und Umgestaltung”, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Schon damals seien die Fronten verhärtet gewesen: „Die CSU wollte ihn sanieren und keine Parkplätze entfernen, die Freien Wähler hätten gerne einen Teil renaturiert und die dafür benötigen Parkplätze in einem filigranen Parkhaus aus Stahl am westlichen Teil nachgewiesen, die Grünen wollten überhaupt keine Parkplätze mehr entlang der Rezat.”
Für Homm-Vogel ist klar: „Ein neuer Kompromiss soll und muss gefunden werden.” Die Parkplätze an der Rezat seien wichtig für den Innenstadthandel, betont Homm-Vogel im Namen der Freien Wähler. Aus ihrer Sicht ist die Promenade aber noch wichtiger für die Innenstadt, weil sie näher dran ist. Dass die Parkplätze dort meistens belegt seien, werten sie und die Freien Wähler als Zeichen dafür, dass die Kunden die Promenade als wichtiger erachten.
Aus diesem Grund schlagen die Freien Wähler vor, zu prüfen, ob auf der Südseite der Promenade, weitere Kurzzeitparkplätze eingerichtet werden könnten. „Für circa zehn Schrägparkplätze wäre sicherlich noch Platz.”
Tatsächlich dürfte aus diesem Wunsch in absehbarer Zeit nichts werden. Im Rahmen der Haushaltsberatungen wurde ein Antrag behandelt, der ebenfalls die Parkplatzsituation an der Promenade in den Blick nahm. Weil der Umbau der Promenade auch mit Mitteln aus der Städtebauförderung realisiert wurde, besteht eine Veränderungssperre von 20 bis 25 Jahren, wie die Verwaltung erklärte. Sprich: Selbst wenn Geld vorhanden wäre, dürften Änderungen frühestens ab dem Jahr 2045 vorgenommen werden.