Mit einem symbolischen Spatenstich hat der vorletzte Bauabschnitt zur Modernisierung des Klinikums Ansbach begonnen. „Das Großprojekt nähert sich der Zielgeraden“, stellte Ansbachs Landrat Dr. Jürgen Ludwig als Vorsitzender des Verwaltungsrates fest.
148 Millionen Euro werden bis Jahresende 2028 investiert worden sein. Dann werde ANregiomed eine „uneingeschränkte Versorgung in einer wettbewerbsfähigen Klinik“ gewährleisten können, so dessen Vorstand Dr. Gerhard Sontheimer.
Der Spatenstich gemeinsam mit Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek galt dem Bauabschnitt 5. Ein zentrales Gebäude aus der Gründungszeit vor 50 Jahren wird entkernt und für mehrere Abteilungen völlig neu eingerichtet. Auf 7000 Quadratmetern Fläche werden unter anderem 52 Betten Platz finden.
Laut Landrat werden 56 Millionen Euro investiert, die vom Freistaat zu 75 Prozent übernommen werden. Mit weiteren 48 Millionen Euro an Zuschüssen rechnet er für den letzten Bauabschnitt mit Verwaltung, Medizinischem Versorgungszentrum, Haupteingang und Parkhaus.
Für Ansbachs Oberbürgermeister Thomas Deffner, stellvertretender Vorsitzender im Verwaltungsrat, ist die Fortsetzung der seit 2003 laufenden Sanierung des Klinikums „ein wichtiger Meilenstein für die gesamte Region“. Er nannte das Klinikum „ein Herzstück“ Ansbachs. Für die Bevölkerung sei es „existenziell, sich auf die Gesundheitsversorgung vor Ort verlassen zu können“.
Dankbar zeigte sich Sontheimer gegenüber dem Freistaat und den Klinikträgern Stadt und Landkreis Ansbach. Trotz schwieriger Zeiten habe man sich immer auf die Träger verlassen können. Deshalb könne man die akutstationären und ambulanten Leistungen als Schwerpunkt-Krankenhaus aufrechterhalten.
Sontheimer hält diese Tatsache für umso wichtiger, als die geplante Krankenhausreform der Bundesregierung ANregiomed vor „völlig neue Herausforderungen“ stelle. Die Bürokratie werde steigen, die Finanzierung des Krankenhauswesens noch schwieriger. Das Beispiel Klinik Neuendettelsau belege die „Konzentration auf deutlich weniger Häuser“. Das müssten Schwerpunkt-Krankenhäuser wie Ansbach ausgleichen.
Massive Kritik an der Bundesregierung übte Ludwig. Es solle offensichtlich „kalter Strukturwandel gefördert“ werden, „egal wo und egal wie“. Er fürchte „erratische Strukturbrüche“ in ländlichen Regionen und mahnte Investitionen in die Kliniken Dinkelsbühl und Rothenburg an. Diese benötige man, um kurze Wege zu Krankenhäusern zu gewährleisten.
An Minister Holetschek gewandt, sprach sich Ludwig für eine „Neuausrichtung der Krankenhausplanung in Bayern“ aus. Es gebe Landkreise und Städte ohne Trägerschaft einer Klinik. Wie die FLZ berichtete, stehen Stadt und Landkreis Ansbach für rund 100 Millionen ein, die ANregiomed in den vergangenen zehn Jahren an Defizit erwirtschaftet hat.
Lob für ANregiomed gab es vom Gesundheitsminister. Den Herausforderungen wie Kostendruck, Trend zu ambulanten Behandlungen und Qualitätssicherung stelle sich das Klinikum „auf vorbildliche Weise“. Die Konzentration von Leistungen auf den Standort Ansbach sei „zukunftsweisend“. Es gehe im Krankenhauswesen aber nicht nur um Gebäude, sondern auch um Arbeitsverhältnisse. Deswegen habe er einen „Pakt für Pflege“ vorgeschlagen.
Mit Blick auf die vom Bund geplanten Reformen begrüße er zwar die Abkehr von der Finanzierung allein über Fallpauschalen. Doch der Transformationsprozess verlange viel Geld. Zudem müssten in manchen Fällen individuelle Lösungen gefunden werden, damit es nicht zu einem Kliniksterben in ländlichen Regionen komme. „Wir müssen die Reform von den Menschen her denken“, betonte Holetschek.
Bayern habe in den vergangenen zehn Jahren fünf Milliarden Euro in Klinikbauten investiert. Und ab kommenden Jahr stelle der Freistaat 20 Millionen Euro zur Verfügung, um den Strukturwandel in kleineren Kliniken abzufedern, so Holetschek.