Der Dachstuhl ist aufgerichtet, die Planen halten den Schnee und Regen ab: Gerade noch rechtzeitig vor dem Wintereinbruch war es im Markt Erlbacher Haus der Generationen soweit. Am Dienstag wurde Richtfest gefeiert.
Im künftigen Aufenthaltsraum des Eltern-Kind-Hauses heizte die Baufirma sogar etwas ein, damit man sich bei Sekt und Häppchen über das Erreichte freuen konnte.
Das Haus der Generationen entsteht mitten im Ort, in der Hauptstraße, im und neben dem ehemaligen Gasthaus Hagen. Eine Tagespflege für Senioren und eine ambulant betreute Wohngemeinschaft mit elf Wohneinheiten im Altbau und eben das Eltern-Kind-Haus im Neubau sollen künftig für alle Generationen ein zusätzliches Angebot schaffen.
Im Eltern-Kind-Haus mit acht Wohneinheiten sowie Therapieräumen könnte zum Beispiel vorübergehend eine Alleinerziehende, die psychisch krank ist, mit ihrem Sohn wohnen. Mit der Unterstützung soll die Familie dann ihr Leben schnell wieder gut meistern können.
Die Einrichtung wird der Bezirksverband Ober- und Mittelfranken der AWO betreiben. Im dritten Quartal 2024 soll dort Leben einkehren. Dass die Vereinbarung mit der AWO letztlich doch noch zustande kam, wurde als Verdienst der Vorstandsvorsitzenden Sonja Borzel betrachtet, die zum Richtfest gekommen war.
Ab Januar, so kündigte Nadine Paulus im Namen der Familien Wust/Paulus an, die den Bau erstellen, sollen die Fenster, Fassadenelemente und die Elektroinstallation beginnen. „Das wird ein ganz schönes Gewusel auf der Baustelle“, so Paulus gegenüber unserer Zeitung.
Ein Jahr länger wird es im Altbau dauern: Bis der wieder einladend und barrierefrei ist, wird es nach der aktuellen Planung Herbst 2025. Zu den Gästen beim Fest gehörte Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß. Der Markt könnte sich den Bau nicht selbst leisten und ist froh, dass er mit der ortsansässigen Familie Wust/Paulus, die ihr Geld normalerweise mit erneuerbarer Energie verdient, einen Investor gefunden hat, der im Markt verwurzelt ist.
Das sei während der aufwendigen Planungsphase auch bitter nötig gewesen. Die Bürgermeisterin war mehr als einmal froh, dass ihre Bauherren nicht absprangen. „Ich bin sehr glücklich“, sagte sie deshalb gegenüber der Presse über das erreichte Zwischenziel Richtfest.
Architekt Dieter Wirsching aus Neuhof, der schon den Kindergarten im hinteren Bereich des Anwesens zur Neuen Straße geplant hatte, lieferte Fakten zur Baugeschichte. Er freute sich, dass das Konzept ermöglicht, das mehr als 320 Jahre alte Gasthaus zu erhalten. Schon der Neubau hat eine Größe von etwa vier Einfamilienhäusern.
240 Kubikmeter Beton, 1200 Kubikmeter Mauerwerk und 22 Kubikmeter Bauholz seien verbaut worden. Der gesamte Komplex wird an das Nahwärmenetz angeschlossen.