Franziska Rappert ist Bayerns Beste in der Baumschule | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 26.10.2023 15:57

Franziska Rappert ist Bayerns Beste in der Baumschule

Franziska Rappert (Mitte) errang bayernweit das beste Ergebnis in der Gärtner-Meisterprüfung der Fachrichtung Baumschulen. Sie wurde bei der Landesgartenschau in Freyung von Ministerin Michaela Kaniber (links) geehrt; seitens des bayerischen Landesverbands des Bunds deutscher Baumschulen war Elke Wimmer (rechts) mit dabei.  (Foto: StMELF/Hauke Seyfarth)
Franziska Rappert (Mitte) errang bayernweit das beste Ergebnis in der Gärtner-Meisterprüfung der Fachrichtung Baumschulen. Sie wurde bei der Landesgartenschau in Freyung von Ministerin Michaela Kaniber (links) geehrt; seitens des bayerischen Landesverbands des Bunds deutscher Baumschulen war Elke Wimmer (rechts) mit dabei. (Foto: StMELF/Hauke Seyfarth)
Franziska Rappert (Mitte) errang bayernweit das beste Ergebnis in der Gärtner-Meisterprüfung der Fachrichtung Baumschulen. Sie wurde bei der Landesgartenschau in Freyung von Ministerin Michaela Kaniber (links) geehrt; seitens des bayerischen Landesverbands des Bunds deutscher Baumschulen war Elke Wimmer (rechts) mit dabei. (Foto: StMELF/Hauke Seyfarth)

Es gibt ja ein paar Kalauer über diejenigen, die statt der normalen Bildungsstätte eine Baumschule besucht haben wollen. Franziska Rappert kann mit Fug und Recht behaupten: Sie hat beides getan, meisterlich bewältigt und einen Preis eingeheimst.

Franziska Rappert ist Gartenbau-Meisterin der Fachrichtung Baumschulen. Nicht nur das: Zusammen mit dem Meisterbrief zeichnete sie die Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber extra aus, weil sie bei ihrer Prüfung bayernweit das beste Ergebnis erzielt hatte.

Eine hervorragende 1,65 stand am Schluss als Endnote fest. Exakt den gleichen Schnitt hatte außerdem Florian Lott erzielt., so dass die Auszeichnung für die beste Meisterprüfung in diesem Fachbereich doppelt vergeben wurde.

Ihr Arbeitsplatz hat es ihr angetan

Franziska Rappert wohnt in Aub. Sie absolvierte ihre Ausbildung aber in der Zellesmühle in Reusch (Gemeinde Weigenheim). Das riesige Anwesen mit dem facettenreich gestalteten Landschaftspark hat es ihr angetan: Das war schon bei der Entscheidung für ihre Ausbildungsrichtung so, und sie wird ihrem Arbeitgeber auch weiterhin treu bleiben.

Zur Gärtnerei und speziell zur Baumschule sei sie eigentlich nicht durch eine Leidenschaft von Kindesbeinen an gekommen. Als der Besuch der Realschule in Creglingen sich dem Ende zuneigte, hätten sie zunächst eher die Eltern zu diesem und jenem Praktikum gedrängt. Darunter war die Zellesmühle, wo es ihr dann sofort gefiel. Das familiäre Umfeld, das eingespielte Team – das tut es ihr bis heute an.

Privat hat sie auch einen Garten – „na klar!“ – aber es sei ein normaler Hausgarten. Bei den vielen Bäumen, mit denen sie bei der Arbeit immer zu tun hat, sei es eher schwer, sich bei der Auswahl eigener Gehölze zu beschränken.

Meisterschule erst später begonnen

Auf die Meisterprüfung bereitete sie sich mit den 14 weiteren Anwärtern ein Jahr lang in Vollzeit in Veitshöchheim vor. Zusammen mit Landshut wird dort die Meisterschule im Gartenbau angeboten. Ohne Corona hätte sie diesen Schritt vielleicht sogar schon früher getan: Aber ohne den persönlichen Kontakt in der Klasse am Bildschirm sitzen und auf die Exkursionen verzichten? Nein, danke.

Die führten sie jetzt nach Holland, Österreich und ins Ammerland bei Oldenburg. Ihre Mitschüler und -schülerinnen besuchten aber auch die Zellesmühle. „Die waren ganz platt“, erzählt Franziska Rappert ein bisschen stolz. Schließlich ist die Gärtnerei, in der sie arbeitet, schon etwas ganz Besonderes.

Ein Schwerpunkt während der Meisterschule war der Klimawandel. Welche Gehölze sind für die veränderten Voraussetzungen geeignet? Wie kann man effektiv mit weniger Wasser umgehen, wie Torf ersetzen?

Anspruchsvolle Prüfungsaufgaben

Außerdem bekommt man das Rüstzeug mit, um einen Betrieb zu führen und selbst auszubilden. Zu den fünf schriftlichen Examen gehörte zum Beispiel die Beurteilung eines unbekannten Betriebs, zu dem die Prüflinge gefahren wurden. An den drei mündlichen Prüfungstagen musste man unter anderem einem Azubi innerhalb von 50 Minuten beibringen, wie er ein Beet gestalten kann und die Kosten dafür ermittelt.

Jetzt kehrt Franziska Rappert wieder in die Praxis zurück. Am liebsten berät sie Kunden. „Ich glaube, das kann ich auch ganz gut.“ Mit ihrer Klasse wird sie aber weiter in Kontakt bleiben und deshalb auch immer wieder Ideen von außerhalb der Welt der Zellesmühle aufschnappen.

Mit dem offiziellen Abschied, der Überreichung der Meisterbriefe und Preise im schönen Rahmen der Landesgartenschau in Freyung, ist somit also nicht alles vorbei.

Fortwirken könnte eventuell auch die mindestens 25 Seiten lange Arbeit, die ebenfalls Bestandteil der Meisterprüfung war. Bei der 25-Jährigen und vielen anderen wurden es deutlich mehr. Ihr Thema: „Wie lässt sich in die Orangerie der Zellesmühle ein Café integrieren?“. Über den Winter soll darüber gesprochen werden, ob das Konzept in der Schublade bleibt oder in die Praxis umgesetzt werden kann.


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
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