Die beiden Altersheime des Landkreises Ansbach haben sich im vergangenen Jahr unterschiedlich entwickelt. Während das Seniorenheim in Feuchtwangen ein erhebliches Defizit einfuhr, gelang dem Haus in Wassertrüdingen sogar ein kleiner Gewinn.
Als Grund dafür nannte Geschäftsführerin Andrea Beyer im Seniorenhilfeausschuss des Kreistags vor allem den Personalmangel in Feuchtwangen. Dieser hatte zur Folge, dass nur 80 Prozent der 106 Plätze belegt werden konnten. Viele Fixkosten blieben aber unverändert, so dass es zu einem Verlust in Höhe von rund 177.000 Euro kam. Die Preise für die Bewohner eines Einzelzimmers liegen zwischen 81,46 Euro pro Tag im Rüstigenbereich und 171,20 Euro bei Pflegegrad 5.
In Wassertrüdingen hingegen, wo es 74 Plätze gibt, reichte die Personaldecke für eine 98-prozentige Belegung der Betten, was zu einem Überschuss in Höhe von 3463 Euro führte. Ein Einzelzimmer kostete pro Tag (Stand Juli 2023) zwischen 76,15 Euro für Rüstige und 164,08 Euro für Bewohner mit dem höchsten Pflegegrad 5.
Eine Ursache für die unterschiedliche Personalsituation in den beiden Häusern ist nach Einschätzung von Beyer, dass es in Feuchtwangen mehr Mitbewerber im Seniorenbereich gibt. Aktuell hofft sie, dass sich die Lage in Feuchtwangen entspannen wird, weil man einige neue Mitarbeiter gewinnen konnte.
Um eine hochwertige Pflegeausbildung zu sichern, haben sich über 60 Vertragspartner aus allen Bereichen der Pflege zum Verbund „Netzwerk Westmittelfranken zur Ausbildung von Pflegefachfrauen und -männern“ zusammengeschlossen. Der 2021 gegründete Verbund erleichtert es unter anderem, den Anforderungen gerecht zu werden, die mit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung vor vier Jahren verbunden sind. Seitdem werden Krankenpfleger, Kinderkrankenpfleger und Altenpfleger gemeinsam ausgebildet. Zum Netzwerk gehört eine Koordinierungsstelle, die in den vergangenen beiden Jahren bei den Bezirkskliniken angesiedelt war.
Wegen einer Neustrukturierung und dem Auslaufen der bisherigen Förderung wurde sie an den Krankenhausverbund ANregiomed übergeben, erläuterten Christina Löhner von der Gesundheitsregion plus und Barbara Berner-Ehrmann, Leiterin der ANregiomed-Pflegeschule. Den neuen Förderantrag für die Koordinierungsstelle hat der Landkreis Ansbach schon vor einigen Monaten fristgerecht gestellt, da dies nur Kommunen dürfen. Der Seniorenhilfeausschuss segnete das Vorgehen nun nachträglich ab.
Die Förderung ist auf drei Jahre befristet. Es besteht aber die Aussicht, dass sie mit einem niedrigeren Fördersatz fortgesetzt wird.
Der Landkreis gibt die beantragten Fördermittel in Höhe von rund 74.730 Euro an ANregiomed weiter, wenn sie bewilligt sind. ANregiomed hat sich seinerseits verpflichtet, den Eigenanteil von 32.000 Euro zu übernehmen.
Von Seiten der Ausschussmitglieder hieß es, es müssten alle Anstrengungen unternommen werden, um Pflegekräfte zu gewinnen. Nach wie vor gebe es mehr offene Stellen als Bewerberinnen und Bewerber.