Drei große Ziele hat der Entwurf des neuen Parkraumkonzepts: Das Aufkommen an Parksuchenden soll in der Altstadt verringert werden, außerdem der Durchgangsverkehr weniger und dadurch der Verkehr allgemein beruhigt werden – und die Park-Situation für die Anwohnerinnen und Anwohner soll deutlich besser werden.
Den gesamten Entwurf stellte Ivan Kosarev vom Fachbüro LK.Argus (Berlin) am Dienstagabend im Musiksaal vor. Geschätzt 50 Interessierte hörten zu.
Sie erfuhren dabei zum Beispiel, dass es in der Altstadt 800 Stellplätze gibt, davon 130 auf Sammelanlagen und 670 im Straßenraum. Grundsätzlich gibt es Tagesbesuchende-Abschnitte und Parkabschnitte für Bewohnende sowie nicht beschilderte beziehungsweise bewirtschaftete Bereiche.
Tagsüber hat sein Büro eine „starke Nachfrage“ in allen Straßenabschnitten festgestellt, nachts seien die Parkabschnitte für Bewohnende „am stärksten belastet“.
Die Nutzergruppen teilen sich tagsüber so auf: 69 Prozent Bewohnende, 13 Prozent Sonderausweis, zwölf Prozent Parkschein und sechs Prozent entfallen auf ordnungswidriges Parken. Nachts machen Bewohnende 91 Prozent aus, das Falschparken zwei Prozent. Das Berliner Büro hat sich auch die Situation außerhalb der Altstadt angeschaut: Hier gibt es 1378 Parkplätze, davon 1249 auf Sammelanlagen und 129 im Straßenraum.
Für Kosarev haben sich die bestehenden Regeln grundsätzlich bewährt. Wo er Konflikte ausmacht: Es gebe eine starke Konkurrenz zwischen Tagesbesuchenden, Kurzparkenden und Bewohnenden im Bereich Tagesbesuchende-Abschnitte – auch am Abend, hier nannte er das Stichwort Gastronomie. Im Bereich der Bewohnenden-Parkabschnitte macht er eine „sehr hohe Belegung in der Nacht aus“ sowie eine „Konkurrenz mit Übernachtungsgästen mit Gäste-Vignette“.
Grundsätzlich, das betonte der Experte, seien alle Maßnahmen, die sein Büro vorschlägt, „politische Entscheidungen“, die der Stadtrat treffen müsse. So könnten aktuell nicht bewirtschaftete Straßen mit ins Konzept aufgenommen werden: das Fuchsengäßchen, die Wenggasse, die Sterngasse sowie die Klingenschütt.
Außerdem könnten jene Parkplätze für Tagesbesuchende in Bewohnende-Parkplätze umgewandelt werden, deren Anteil an Bewohnenden am Parkaufkommen tagsüber bei mehr als 60 Prozent liegt. Das betrifft 154 Stellplätze auf 13 Abschnitten für Tagesbesuchende.
Gleichzeitig könnte eine maximale Parkdauer von zwei Stunden für Tagesbesuchende eingeführt werden. So sollen diese animiert werden, eher außerhalb der Altstadt zu parken, und es würde Platz geschaffen für die Bewohnenden sowie Einheimische, die kurz etwas in der Stadt erledigen müssen. Sollte der Entwurf so beschlossen werden, würden laut der Präsentation ungefähr knapp die Hälfte der Parkplätze für Tagesbesuchende wegfallen. Die Parkplätze für Bewohnende würden knapp 50 Prozent mehr.
Ein weiterer Vorschlag: die Ausweitung der gebührenpflichtigen Zeit auf 8 bis 22 Uhr (bisher 9 bis 18 Uhr). Auch die Gebühren für Tagesbesuchende könnten angehoben werden von 1,70 Euro pro Stunde auf zwei Euro, die Gäste-Vignette könnte auf die Großparkplätze beschränkt werden, die Gebühren für Dauer-Parkausweise erhöht, die Parkzonen für Bewohnende ausgeweitet werden.
Was das Büro auch vorschlägt: Langfristig über ein Parkdeck auf einer Teilfläche des P3 an der Schweinsdorfer Straße nachzudenken. Die Parkscheinautomaten könnten zum Beispiel ausgetauscht werden, die RothenburgPlus-Karte bleiben, außerdem wird vorgeschlagen, Parkplätze außerhalb der Altstadt – wie etwa direkt im Friedrich-Hörner-Weg – zu bewirtschaften.
Mehrere Bürgerinnen und Bürger trugen ihre Sorgen und Gedanken vor, diese wurden von der Stadtverwaltung alle notiert. In der April-Sitzung des Stadtrates solle der überarbeitete Entwurf noch einmal öffentlich vorgestellt werden, so Oberbürgermeister Dr. Markus Naser.