Knauf investiert in Neuhof: Hier entsteht Bayerns modernste Gips-Recyclinganlage | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 21.01.2026 10:29

Knauf investiert in Neuhof: Hier entsteht Bayerns modernste Gips-Recyclinganlage

Schon im Sommer 2026 will der Gips-Gigant Knauf in Neuhof/Zenn mit dem Bau einer Recyclinganlage starten. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
Schon im Sommer 2026 will der Gips-Gigant Knauf in Neuhof/Zenn mit dem Bau einer Recyclinganlage starten. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
Schon im Sommer 2026 will der Gips-Gigant Knauf in Neuhof/Zenn mit dem Bau einer Recyclinganlage starten. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Eine der modernsten Gipsrecyclinganlagen ihrer Art in Bayern soll in Neuhof auf dem Schellenberg-Areal entstehen. Dazu gab der Gemeinderat in seiner Sitzung grünes Licht. Dieses hatte es bereits zuvor auch vom Landkreis gegeben.

In einer Halle, die auf dem Schellenberg-Grundstück errichtet wird, sollen gipsbasierte Materialien aus Rückbau- und Sanierungsmaßnahmen so aufbereitet werden, dass sie wieder als hochwertiger Rohstoff für die industrielle Weiterverarbeitung genutzt werden können. Das teilte Stephan Eichenseher, Senior Manager Corporate and Issues Corporate Communications von der Knauf Gruppe, unserer Redaktion mit. Der aufbereitete Recyclinggips werde danach zum Produktionsstandort der Knauf-Gruppe nach Iphofen geliefert und dort wieder in der Gipskartonplattenproduktion eingesetzt. „Damit wird ein regionaler Stoffkreislauf vom Rückbau bis zur erneuten Nutzung geschlossen”, betonte er.

Spatenstich soll schon im Sommer erfolgen

Das Projekt wird gemeinsam von der Firma Knauf und deren Partner BSR Ingolstadt, Spezialist für Boden- und Baustoffrecycling, realisiert. Eichensehr ergänzte, dass die beiden Familienunternehmen noch in diesem Sommer den Spatenstich für die neue Anlage in Neuhof tätigen wollen. Das Areal, auf dem das Projekt realisiert werden soll, gehört, wie Bürgermeisterin Claudia Wust betonte, dem Landkreis, der es auf weitere 40 Jahre der BSR verpachtet hat. Die Fläche selbst liegt auf Gemeindegebiet. Als anvisierter Termin für die Inbetriebnahme wurde Anfang 2027 genannt.

Seitens der Firma Knauf wurde in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass der bayerische Recyclinggips aus Neuhof eine wichtige Ergänzung zum Naturgipsabbau sein werde. Maximilian Hammer, Geschäftsführer der BSR Bodensanierung Recycling GmbH, ergänzte, dass Gips ein Baustoff sei, der sich in entsprechender Qualität endlos verwenden lasse. Mit der neuen Anlage schaffe man die Voraussetzungen, gipsartige Materialien hochwertig aufzubereiten und wieder in den Rohstoffkreislauf zurückzuführen.

Als Gesellschafter der Bayerischen Gipsrecycling (BGR) in Neuhof fungieren BSR und Knauf. Neuhof sei der offizielle Firmensitz betonte Bürgermeisterin Claudia Wust – ein Fakt, der für die Gewerbesteuer nicht ganz unwichtig ist. Die BGR sei ein eigenständisches Unternehmen und werde damit zum Gewerbesteuerzahler in der Gemeinde. Als weiteres Plus nannte Wust, dass durch den neuen Betrieb der regionale Arbeitsmarkt gestärkt werde. Gerechnet wird mit sechs bis sieben neuen Stellen.

Transportwege sollen entfallen

Claudia Wust führte in der Ratssitzung zudem aus, dass die Firma BSR die Gipsabfälle bisher zu weit entfernten Gipsaufbereitungsanlagen, die 500 bis 600 Kilometer entfernt sind, transportieren muss. Dort würden die Gipsreste zwar aufbereitet, müssten dann jedoch über große Strecken zu den weiterverarbeitenden Produktionsbetrieben transportiert werden. Für die Firma Knauf sei also derzeit Recyclinggips für den Standort in Iphofen nicht regional verfügbar. Deshalb sei bei den beiden Unternehmen der Wunsch entstanden, eine regionale Aufbereitungsanlage zu bauen.

Übrigens: Gipsabfälle werden auf dem Areal am Schellenberg nicht im Freien deponiert, der Betrieb erfolge ausschließlich in einer geschlossenen Halle, informierte Wust mit Blick auf eventuellen Lärm und Staub. „Es findet keine offene Lagerung oder Aufbereitung statt.”

Lärm- und Staubuntersuchungen sind schon durchgeführt

Voruntersuchungen zu Lärm und Staub seien bereits durchgeführt worden. Die zulässigen Grenzwerte würden eingehalten beziehungsweise deutlich unterschritten. Und wie sieht es mit dem Anlieferverkehr aus?, lautete eine Nachfrage aus dem Gemeinderat. Durchschnittlich würden voraussichtlich rund zehn Laster am Tag die Anlage ansteuern, antwortete Wust. Der Gros des Materials werde aus Richtung Ansbach und über die Hochstraße angeliefert.

Gemeinderat Manfred Pöhmerer aus Oberfeldbrecht zeigte sich zuversichtlich, dass sein Ortsteil ein paar Lastwagen mehr vertragen werde, auch wenn es für die direkten Anlieger schon eine höhere Belastung sei. Stellvertretender Bürgermeister Herbert Reiß begrüßte es ausdrücklich, dass das Gelände am Schellenberg mit der neuen Recyclinganlage gut genutzt werde. Der Gemeinderat stimmte schließlich einstimmig für das Projekt.

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