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Neuer Fahrplan für Schulbusse nach Wassertrüdingen sorgt für viel Kritik

Die Bushaltestelle an der Grundschule in Wassertrüdingen: Es ist im Gespräch, ob eine Überdachung angebracht wird. (Foto: Peter Tippl)
Die Bushaltestelle an der Grundschule in Wassertrüdingen: Es ist im Gespräch, ob eine Überdachung angebracht wird. (Foto: Peter Tippl)
Die Bushaltestelle an der Grundschule in Wassertrüdingen: Es ist im Gespräch, ob eine Überdachung angebracht wird. (Foto: Peter Tippl)

In einer Sondersitzung des Schulverbands der Wassertrüdinger Betty-Staedtler-Mittelschule haben sich die Verbandsräte der acht beteiligten Kommunen intensiv mit den Auswirkungen auf den ÖPNV nach der Reaktivierung der nördlichen Hesselbergbahn beschäftigt. Vor allem aus dem Raum Langfurth kam Kritik.

Wie Langfurths Bürgermeister Simon Schäffler mitteilte, sei die Schulkinderbeförderung in seiner Gemeinde nicht zufriedenstellend. Bürgerinnen und Bürger hätten ihm ihren Unmut mitgeteilt. Daraufhin sei unmittelbar mit Ersatzbussen, Anpassung der Schulzeiten und Veränderung der Bushaltestellen reagiert worden. Das Landratsamt Ansbach sei hierbei absolut kooperativ gewesen.

Sorge vor Abwanderung nach Dinkelsbühl

Er wolle den Wert der Bahnreaktivierung nicht schmälern, betonte Schäffler. Aber die Eltern würden eine Verschlechterung sehen und tendierten dazu, ihre Kinder nach der Grundschule auf weiterführende Schulen in Dinkelsbühl zu schicken. Als Verbandsrat des Mittelschul-Schulverbands Wassertrüdingen sehe er deshalb die Gefahr einer Schwächung der dortigen Schule.

Wittelshofens Bürgermeister Werner Leibrich wies auf ortsunkundige Busfahrer hin, die sich auf den neuen Fahrtrouten erst zurechtfinden müssten. Gefahrenpotenzial sah Leibrich für Schüler aus Obermichelbach. Diese müssten die vielbefahrene Staatsstraße 2218 überqueren.

Ehingens Bürgermeister Friedrich Steinacker sah den ÖPNV als gut an. Über einen Bürgerbus müsse sich keine Kommune mehr Gedanken machen und mit dem M-Zweig und Offenen Ganztag wurde die Attraktivität der Mittelschule gesteigert. Dennoch sollte die Schülerbeförderung im Fokus stehen.

Erster störungsfreier Tag nach vier Wochen

Wie Hans-Jürgen Waidler, Konrektor der Betty-Staedtler-Mittelschule, mitteilte, könnten durch die neuen Busverbindungen nur noch 17 von 36 Jugendlichen ihre Arbeit als Schülerlotsen ausführen.

Des Weiteren berichtete Waidler, dass zur Anpassung an die Abfahrtszeiten auch in Wassertrüdingen bereits Schulstundenanpassungen vorgenommen werden mussten. Bestehende Fahrpläne könnten nicht verändert werden.

Laut Tanja Vorbrugg von der Stadtverwaltung ist erst vier Wochen nach Start des neuen Fahrplans der erste störungsfreie Tag in der Schülerbeförderung möglich gewesen. Der Vorsitzende des Schulverbands, Wassertrüdingens Bürgermeister Stefan Ultsch, räumte den holprigen Start ein. Der Busfahrplan sei erst eine Woche vor dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember veröffentlicht worden.

Die Linie Richtung Burk und Langfurth sei überhaupt nicht berücksichtigt worden und vor der Grundschule war zunächst keine Haltestelle eingeplant. Hier seien noch Überlegungen für eine Überdachung im Gespräch, so Ultsch. Des Weiteren berichtete er, dass es für Grundschüler keine Beförderungsmöglichkeiten zu den jeweiligen Schulschlusszeiten gab. Das habe deshalb der Schulverband durch eigens eingesetzte Busse abgedeckt, ebenso für den Nachmittagsunterricht der Mittelschüler. Bei einem Unterrichtsende um 12 Uhr sei hingegen eine Wartezeit von bis zu 60 Minuten zumutbar, hob Ultsch hervor.

Er warb dafür, bei Problemen frühzeitig Kontakt mit dem an der Schülerbeförderung beteiligten Personenkreis aufzunehmen. Seiner Meinung nach werde die Bahn entgegen der Prognosen sehr gut angenommen. Für die Schülerbeförderung aus Richtung Langfurth sicherte er auf Drängen von Bürgermeister Schäffler „kurzfristig“ einen Termin in kleiner Runde zur Klärung zu.


Von Peter Tippl
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