Neuer Pfarrer in Burgbernheim kommt mit neun Völkern | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 07.05.2023 14:31

Neuer Pfarrer in Burgbernheim kommt mit neun Völkern

Rainer Schmidt und seine Frau Angelica Schmidt-Heinrich freuen sich auf ihr neues Zuhause in Burgbernheim. Ab 1. Oktober ist Schmidt Pfarrer von St. Johannis. (Foto: Simon Schmidt)
Rainer Schmidt und seine Frau Angelica Schmidt-Heinrich freuen sich auf ihr neues Zuhause in Burgbernheim. Ab 1. Oktober ist Schmidt Pfarrer von St. Johannis. (Foto: Simon Schmidt)
Rainer Schmidt und seine Frau Angelica Schmidt-Heinrich freuen sich auf ihr neues Zuhause in Burgbernheim. Ab 1. Oktober ist Schmidt Pfarrer von St. Johannis. (Foto: Simon Schmidt)

Rainer Schmidt wird neuer Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde St. Johannis in Burgbernheim. Der 52-Jährige tritt die Stelle zum 1. Oktober an und kommt mit seiner Frau Angelica Schmidt-Heinrich, seinen fünf Kindern und rund 60.000 Bienen an den Kapellenberg.

Rainer Schmidt ist seit 17 Jahren Pfarrer in den Kirchengemeinden Kirchfarrnbach und Hirschneuses, derzeit mit Dienstauftrag in einem Sprengel in Wilhermsdorf im Dekanat Neustadt und Dekanatsjugendpfarrer. Mit seiner Frau Angelica Schmidt-Heinrich, die 50-Jährige ist Physiotherapeutin, hat er fünf Kinder im Alter zwischen fünf und 22 Jahren.

„Es war ein bisschen Fügung“, sagt Rainer Schmidt zu seinem geplanten Wechsel nach Burgbernheim. Als seine Sekretärin kürzlich kündigte, habe er im Scherz gesagt: „So, dann geh’ ich jetzt auch.“ Zufällig stieß er im Amtsblatt auf die Stellenanzeige aus Burgbernheim. Diese habe so gut geklungen, dass er sich einfach bewerben habe müssen. Denn eines sei allen in der Familie klar gewesen, ewig an einem Ort bleiben, ist für eine Pfarrfamilie nicht denkbar.

Einige Kollegen aus dem benachbarten Dekanat Bad Windsheim kenne Schmidt sogar ganz gut, diese waren bei seinem Vater im Vikariat. „Pfarrer sein“ war Schmidt quasi schon in die Wiege gelegt, wie er sagt. „Ich hatte keinen Bock auf Schule, ich hatte keinen Bock auf Latein“, sagt Schmidt im Gespräch zu seinem Werdegang. Sein Großvater und sein Vater waren aber Pfarrer. „Ich bin in Pfarrhäusern groß geworden“, sagt Schmidt. Sein Vater sei sein Vorbild und schon in der Zweiten Klasse habe er gewusst: „Ich werde Pfarrer.“ Also sei ihm schnell klar gewesen, dass er weder um Latein noch ums Abi herumkomme, sein Berufswunsch habe ihn angetrieben.

Imkern als Thema für die Jugendarbeit

Der 52-Jährige studierte Theologie mit Stationen in Neuendettelsau, Bonn und Zürich. Sein Vikariat absolvierte er in Zirndorf, bevor er als Pfarrer zur Anstellung nach Großhabersdorf wechselte und dann vor 17 Jahren seine jetzigen Kirchengemeinden Kirchfarrnbach und Hirschneuses übernahm.

Warum Burgbernheim? Rainer Schmidt gefällt, dass Burgbernheim eine kleine, wachsende Gemeinde mit derzeit circa 1750 Gemeindegliedern und vielen jungen Familien ist. Die Ausschreibung mit den Anforderungen zeige, dass sich viele ehrenamtlich engagieren und „etwas anschieben und auch eigenständig arbeiten wollen“. Er sei kein „Kontrollfreak“, er sehe sich eher als Koordinator, so wie er das bei seinen Bienenvölkern auch ist.

Derzeit leben in jedem seiner neun Stöcke zwischen 5000 und 8000 Bienen, schätzt Schmidt. Diese sollen zunächst im Pfarrgarten aufgestellt werden. Imkern ist sein Hobby. Er könne sich auch vorstellen, es in die Arbeit mit Jugendlichen zu integrieren, ähnlich habe er dies bereits mit ehemaligen Konfirmanden getan, die nach ihrer Konfirmation weiter in Kontakt bleiben wollten. Als Dekanatsjugendpfarrer habe er in 16 Jahren viel mit Jugendlichen gemacht, das bereite dem Vater von fünf Kindern viel Spaß.

Burgbernheim habe zudem nur einem Kirchenvorstand. Das vereinfache seine Arbeit, derzeit muss er mit drei Kirchenvorständen drei Haushaltspläne erstellen. Dazu kommen Kasualien in drei Gemeinden. Da sei man schnell am Limit.

Das Auto öfter mal stehen lassen

In Burgbernheim gefalle ihm auch, dass er viel zu Fuß oder mit dem Rad, er bevorzugt das E-Bike, erledigen könne. Derzeit lege er rund 5000 Kilometer im Jahr mit dem Auto zurück. Einen weiteren Vorteil sieht der Pfarrer darin, dass es für die beiden Kindertagesstätten einen Geschäftsführer gibt. „Das erleichtert die Arbeit ungemein. Kindergarten ist ein hartes Brot“, sagt Schmidt, betont aber, dass er sich auf Gottesdienste, Feiern und die Arbeit mit den Kindern an sich schon sehr freue, gerade auch in der „sehr schönen St.-Johanniskirche“.

„Wir brauchen ein Pfarrhaus, in das wir alle reinpassen“, sagt Schmidt mit Bezug auf seine Großfamilie und lacht. Die Größe und Anzahl der Zimmer hier sei optimal, zwar kämen die erwachsenen Kinder nicht mit, bräuchten aber für Besuche ihre Zimmer. Das Pfarrhaus wird in den kommenden Monaten saniert, so dass im Herbst der Umzug erfolgen kann. Ab 1. Oktober tritt Rainer Schmidt seinen Dienst dann an.


Von Katrin Merklein
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