Rehau Automotive wird verkauft: Folgen für das Werk in Feuchtwangen? | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 30.10.2024 15:00

Rehau Automotive wird verkauft: Folgen für das Werk in Feuchtwangen?

Stimmt das Kartellamt zu, dann wird Rehau Autmotive, hier der Standort Feuchtwangen mit seinen rund 1000 Beschäftigten, von einem US-Unternehmen übernommen. In diesem Zuge ist zudem die Fusion mit einem weiteren Automobilzulieferer geplant. (Foto: Peter Zumach)
Stimmt das Kartellamt zu, dann wird Rehau Autmotive, hier der Standort Feuchtwangen mit seinen rund 1000 Beschäftigten, von einem US-Unternehmen übernommen. In diesem Zuge ist zudem die Fusion mit einem weiteren Automobilzulieferer geplant. (Foto: Peter Zumach)
Stimmt das Kartellamt zu, dann wird Rehau Autmotive, hier der Standort Feuchtwangen mit seinen rund 1000 Beschäftigten, von einem US-Unternehmen übernommen. In diesem Zuge ist zudem die Fusion mit einem weiteren Automobilzulieferer geplant. (Foto: Peter Zumach)

Das Unternehmen Rehau Automotive wird an eine amerikanische Firma verkauft. Betroffen ist somit auch der Standort Feuchtwangen, wo aktuell rund 1000 Mitarbeitende für den Automobilzulieferer tätig sind. Die Rehau-Gruppe spricht von einer Chance in einer schweren Zeit für die gesamte Branche.

Demnach hat das US-Unternehmen Atlas Holdings mit der Rehau-Gruppe eine Vereinbarung zur Übernahme von Rehau Automotive geschlossen. Das erklärte das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Rehau Automotive ist Teil der globalen Rehau-Gruppe. In Feuchtwangen sind derzeit laut Pressesprecher Albrecht von Truchseß rund 1000 Mitarbeitende für diese Sparte tätig. Weitere rund 350 Menschen arbeiten in Feuchtwangen für Rehau Industries. Sie sind von dem Verkauf nicht betroffen. Die Amerikaner halten Beteiligungen an Unternehmen in verschiedenen Branchen, mit einem starken Fokus auf die Automobilindustrie.

Rehau fusioniert zudem mit SRG Global

Atlas Holdings gab darüber hinaus kürzlich die bevorstehende Übernahme der Firma SRG Global bekannt, einem führenden Anbieter von spritzgegossenen, verchromten und lackierten Automobilkomponenten. Nach Abschluss beider Übernahmen sollen Rehau Automotive und SRG Global unter dem Dach von Atlas zu einer Firma fusionieren. Die Rehau-Gruppe wird dann noch einen Anteil von rund einem Drittel an dem neu gegründeten Unternehmen halten.

Betroffen von der Übernahme ist somit auch der Automotive-Standort in Feuchtwangen. Die Mitarbeitenden dort seien persönlich über den Verkauf informiert worden. Natürlich gebe es in der Belegschaft nun zahlreiche Fragen, erklärte der Pressesprecher. Erst einmal müsse man aber, wie in so einem Fall üblich, ohnehin die Genehmigung des Kartellamts abwarten. Rehau rechnet damit bis Ende März 2025. Albrecht von Truchseß betonte, dass die bevorstehende Fusion für das Unternehmen viele Chancen biete. Die Automobilindustrie sei eine aktuell arg gebeutelte Branche. Er erklärte außerdem, dass die Verträge aller Mitarbeitenden „mit allen Rechten und Pflichten“ auf das neue Unternehmen übergehen würden.

Details stehen noch aus

Die Details müssten jetzt natürlich mit dem Käufer besprochen werden. Er stellte aber klar, dass die Übernahme „keine Auswirkungen auf einzelne Standorte“ haben werde. Werkschließungen seien kein Thema, verdeutlichte er auf Nachfrage.

Die neuen Eigentümer wollen demnach „wirklich etwas aufbauen“. Sie hätten sich auch sämtliche Standorte genau angeschaut und seien sehr begeistert gewesen. Rehau sei bislang vor allem auf Europa fokussiert gewesen, das US-Unternehmen sei dagegen stark auf dem amerikanischen und dem asiatischen Markt. Auch die Produkte von Rehau und SRG Global würden sich gut ergänzen, vor allem im Bereich der E-Mobilität.

Bürgermeister begreift es als Chance

Feuchtwangens Bürgermeister Patrick Ruh, der von der örtlichen Werkleitung über den Verkauf informiert worden war, erklärte in einer ersten Stellungnahme: „Die Automobilbranche befindet sich in schwierigem Fahrwasser. Ich habe den Eindruck, dass hier durch eine größere Einheit die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden soll.“ Ruh begreift die angekündigten Veränderungen daher als „Chance“. Der Druck der Automobilhersteller auf die Zulieferer werde sicher weiter zunehmen, vermutet der Bürgermeister.

Im Werk 15 in Feuchtwangen gebe es Know-how, das zum Teil weltweit einzigartig sei. Was der Zusammenschluss für die einzelnen Standorte aber im Detail bedeute, könne man momentan noch nicht sagen, so Ruh. Er stellte fest: „Meiner Meinung nach müssen wir uns aber nichts vormachen. Der Weltmarkt ist aktuell eine große Herausforderung.“

Die beteiligten Unternehmen

Atlas Holdings wurde 2002 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Greenwich (USA). Atlas und seine Tochtergesellschaften besitzen 26 Unternehmen mit weltweit etwa 50.000 Mitarbeitenden an mehr als 300 Standorten. Das Unternehmen ist in Branchen wie Automobilzulieferindustrie, Baustoffe, Investitionsgüter, Lebensmittelherstellung, Papier, Stromerzeugung, Druck, Zellstoff und Holzprodukte tätig. Die Firmen von Atlas erwirtschaften einen Jahresumsatz von etwa 16 Milliarden US-Dollar. Rehau Automotive ist ein Zulieferer für Fahrzeughersteller. Das Unternehmen hat 7000 Mitarbeitende an 25 Standorten in neun Ländern. Rehau Automotive ist Teil der Rehau-Gruppe, die mit ihren rund 20.000 Mitarbeitenden einen Jahresumsatz von über 4,5 Milliarden Euro erwirtschaftet.


Philipp Zimmermann
Philipp Zimmermann
Redakteur für Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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