Die Sitzgelegenheiten stehen parat, die Betonwürfel sind farbenfroh gestaltet: Der neue Jugendtreff im Bürgerpark könnte eingeweiht werden – wenn da nicht ein juristisches Tauziehen im Raum stünde.
Bereits zum Beginn der Arbeiten an dem Projekt am Eingang des Bürgerparks hatte eine Anwohnerin Klage gegen die Baugenehmigung vor dem Verwaltungsgericht eingereicht. Diese hatte allerdings keine aufschiebende Wirkung, weshalb ein Eilantrag nachgeschoben wurde. Mit dem Ergebnis, dass sämtliche Arbeiten seitdem notgedrungen ruhen müssen.
„Wir könnten schon eröffnen.”
„Wir könnten schon eröffnen“, musste Jugendamtsleiterin Sandra Kilian nun im Rahmen der Sitzung des Jugendhilfeausschusses den Konjunktiv bemühen. Die ehemals mausgrauen Betonwürfel haben Jugendliche fantasievoll bunt bemalt, weitere Sitzgelegenheiten mitsamt Rückenlehne stammen aus der Werkstatt des Berufsförderzentrums. „Sehr gelungen“, nannte das Stadtrat Milan Schildbach (OLA).
Doch die Eröffnung muss warten. Dabei hat sich an der juristischen Einschätzung der Stadt nichts geändert. Man sieht sich auf Seiten des Gesetzes. Holger Nießlein als Leitender Rechtsdirektor der Stadt und Jugendamtsleiterin Kilian, die das Projekt federführend vorangetrieben hat, waren und sind noch immer „sehr zuversichtlich“, dass der Antrag keine Aussicht auf Erfolg hat.
Bereits im Vorfeld hatte die Stadt ein Emissions-Gutachten in Auftrag gegeben, um vorherrschende Bedenken aus den Reihen der Bewohner des nahen Seniorenheims wegen einer Lärmbelästigung zu entkräften.
Offensichtlich hat das aber eine Anwohnerin nicht überzeugt, weshalb die restlichen Arbeiten bis zu einer gerichtlichen Entscheidung ausgesetzt sind. Ein Spielgerät harrt so der Installation, der Weg hin zum Jugendtreff ist noch nicht gepflastert. „Womöglich gibt es dafür auch eine Förderung“, stellte Kilian einen positiven Aspekt in den Vordergrund.
Eine in Betracht gezogene Überdachung des Treffpunkts für Jugendliche, der aber auch ein Rastplatz für Senioren, Spaziergänger oder schlicht eine Begegnungsstätte sein darf, ist dagegen Zukunftsmusik. „Wir warten ab, ob der Treffpunkt auch angenommen wird“, sagte Kilian noch vor einer juristischen Entscheidung.