Sorgen bereiten Dr. Gerhard Walther, dem Vorsitzenden der Genossenschaftsbank, die Pläne der Bundesregierung, was Geldautomaten anbelangt. Walther äußerte sich zu dem Thema in einem Gespräch mit der FLZ kurz bevor eine Bande Geldautomaten seines Instituts in seiner Heimatstadt Rothenburg sprengte. Die dritte Tat in Mittelfranken in wenigen Tagen gehört zu einer drastisch steigenden Welle ähnlicher Taten.
Im vergangenen Jahr gab es fast 500 Geldautomaten, die in die Luft gejagt wurden. Die durchschnittliche Beute beträgt rund 100.000 Euro. Das Bundesinnenministerium hat angekündigt, gesetzliche Verpflichtungen zu erlassen, falls die Banken nicht von sich aus für mehr Sicherheit sorgen.
Sollten gesetzliche Vorgaben kommen, gelte es, diese zu prüfen und zu analysieren, sagte der Vorstandsvorsitzende. Die Konsequenz könnte ein Ausdünnen des Automatennetzes sein.
„Der Gesetzgeber wälzt hier die Verantwortung komplett auf die Banken ab”, beklagte Walther gegenüber der FLZ. Seine Bank ist bereits dreimal Opfer solcher organisierten Banden geworden.
Die Anschaffung eines Geldautomaten schlägt mit 30.000 Euro zu Buche, soll er auch eine Einzahlfunktion haben, wird es knapp doppelt so teuer. Hinzu kommen die Betriebskosten für das regelmäßige Befüllen und Leeren sowie die Wartung. Hier kursieren Zahlen, die bei 15.000 Euro im Jahr liegen.
Wenn höhere Auflagen den Betrieb weiter verteuern, wirkt sich das auf die Wirtschaftlichkeit aus. Zumal die Automaten immer weniger genutzt werden. Nahezu jeder Supermarkt bietet inzwischen an, beim Einkaufen auch Bargeld mit abzuheben. Und generell hat die Corona-Pandemie dafür gesorgt, dass Bargeld an Bedeutung verliert. Die Menschen zahlen auch kleinere Beträge lieber mit der Karte.
Die VR-Bank Mittelfranken Mitte betreibt aktuell 29 Geschäftsstellen. Dabei soll es auf absehbare Zeit bleiben. Es gebe derzeit keine Überlegungen für weitere Schließungen, betonte Dr. Gerhard Walther. Er kann sich aber durchaus vorstellen, die Kooperation mit den jeweiligen Sparkassen auszubauen und weitere gemeinsame Filialen zu realisieren. Es gibt aber aktuell kein konkretes Projekt hierfür.