Klimabeirat in Rothenburg: Bürger und Bürgerinnen diskutieren über Umweltschutz | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 19.09.2025 19:46

Klimabeirat in Rothenburg: Bürger und Bürgerinnen diskutieren über Umweltschutz

Das Thema Stadtbegrünung wurde im Klimabeirat diskutiert. Auch die Fassadenbegrünung trage einen Teil zur Klimaverbesserung bei, so Dennis Geißler, und verwies auf Fördermöglichkeiten. (Foto: Clarissa Kleinschrot)
Das Thema Stadtbegrünung wurde im Klimabeirat diskutiert. Auch die Fassadenbegrünung trage einen Teil zur Klimaverbesserung bei, so Dennis Geißler, und verwies auf Fördermöglichkeiten. (Foto: Clarissa Kleinschrot)
Das Thema Stadtbegrünung wurde im Klimabeirat diskutiert. Auch die Fassadenbegrünung trage einen Teil zur Klimaverbesserung bei, so Dennis Geißler, und verwies auf Fördermöglichkeiten. (Foto: Clarissa Kleinschrot)

Mit dem neuen städtischen Klimaschutzmanager Dennis Geißler soll auch der Klimabeirat reaktiviert werden. Regelmäßig hatten sich hier interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Diskussion über klima- und umweltschutzrelevante Themen getroffen. Die Neuerung: Ab sofort sind die Sitzungen öffentlich.

Bei der ersten Sitzung im neuen Format trafen sich rund 15 Menschen im Sitzungssaal des Rathauses. Neben Dennis Geißler waren auch Pressereferent Thomas Müller und Fördermittelmanager Rainer Lederer von Seiten der Stadtverwaltung dabei, außerdem Vertreterinnen und Vertreter aus Stadtrat und Seniorenbeirat.

Zusätzlich waren Bürgerinnen und Bürger der Stadt gekommen, um sich über Klimaschutzmaßnahmen der Stadt zu informieren und eigene Anregungen einzubringen – etwa zu den Themen Wärmeplanung, Stadtbegrünung oder Elektromobilität.

„Maßnahmen sind das Minimum, nicht Maximum”

16 Maßnahmen zum Klimaschutz waren noch unter Geißlers Vorgänger Benedikt Diezinger definiert worden. Geißler präsentierte dazu den aktuellen Stand und betonte gleichzeitig: „Diese 16 Maßnahmen sind das Minimum, nicht das Maximum.”

Einige der Maßnahmen wurden im Gremium intensiv diskutiert. Zum Beispiel der bedarfsgerechte Ausbau der öffentlichen E-Ladeinfrastruktur. Laut Geißler sind die aktuellen Ladestationen aktuell eher gering ausgelastet – dies sei aber keine Rothenburger Besonderheit, sondern vielerorts zu beobachten. Er stellte eine detaillierte Analyse und Prognose der Situation in Kooperation mit den Stadtwerken in Aussicht.

Aus dem Gremium kamen dazu verschiedene Anmerkungen: Zum einen wurde darum gebeten, bei den neuen Ladesäulen am Kapellenplatz auch Fahrräder zu berücksichtigen. Außerdem ging es um den Bürgerbus: Aus organisatorischen Gründen könne hier kein Elektrofahrzeug eingesetzt werden, hieß es. Möglicherweise könnte eine verbesserte Infrastruktur dies ermöglichen.

Auch zur Maßnahme „PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden” gab Geißler einen Zwischenstand: Die Dächer von Toppler-Grundschule, Mehrzweckhalle und Bauhof seien geeignet, das Feuerwehrgebäude werde noch geprüft. Entscheidend sei, da waren sich alle einige, dass die Einspeisesituation verbessert und Speicherkapazitäten geschaffen werden.

Dauerthema Stadtbegrünung

Eine Dauermaßnahme sei das Thema Stadtbegrünung, so Geißler. Im Stadtrat sei dieses Thema bereits diskutiert und einige Maßnahmen beschlossen worden. Bei einer gemeinsamen Begehung habe man Orte ins Auge gefasst, an denen die Pflanzung zusätzlicher Bäume möglich scheint. Details versprach Geißler für die kommende Sitzung des Stadtrates. Allerdings wies er darauf hin, dass unterirdische Kabel und Leitungen Neupflanzungen oft kompliziert und teuer machen.

Einfacher umsetzbar hingegen sei die Begrünung von Fassaden, die ebenfalls einen guten Beitrag zur Verbesserung des Klimas in der Altstadt beitragen könne. Geißler verwies dabei auf ein Förderangebot der Stadt für Rankhilfen an Privathäusern. Bis zu 130 Euro Unterstützung gebe es für Rankhilfen und Rankschutzgitter.

Aus dem Gremium kam der Wunsch, dieses Angebot prominenter auf der Website der Stadt zu platzieren. Denn, da waren sich mehrere Teilnehmenden einig: Es besteht Handlungsbedarf in der Stadt, die sich in den heißen Sommern zunehmend aufheizt.

Eine weitere Maßnahme aus dem Katalog sieht die Verdichtung von Baugebieten vor. Hier gehe es darum, Leerstand zu reduzieren und möglichst wenig neue Freiflächen zu verbrauchen. Aus dem Gremium kam der Hinweis auf leerstehende Wohnungen in der Altstadt. Die gelte es zu modernisieren, statt die Altstadt nachzuverdichten und weitere Flächen zu versiegeln. Zu präferieren sei vielmehr eine Entsiegelung von Flächen.

Schließlich kam Geißler noch auf ein Thema zu sprechen, dass nicht Teil des Klimaschutzkonzeptes ist, aber viele Bürgerinnen und Bürger interessiert: die kommunale Wärmeplanung. Gerade außerhalb der Altstadt seien Wärmenetze nicht immer wirtschaftlich, das werde derzeit geprüft, so Geißler.

Stand der kommunalen Wärmeplanung

Lederer erläuterte dazu: Die Kommunale Wärmeplanung wurde von der Stadt in Auftrag gegeben. Aktuell laufe die Analyse des Ist-Zustandes, in einem nächsten Schritt stehe dann die Potenzialanalyse an. Danach, so Lederer, sollen Ziel-Szenarien erarbeitet werden – als Zeitrahmen stellte er das erste Halbjahr 2026 in Aussicht. „Danach steht der Plan, aus dem dann Maßnahmen abgeleitet werden.”

Am Ende dieser ersten Versammlung stand die Frage: Wie geht es mit dem Klimabeirat weiter? Wie kann man zusätzliche Interessierte ins Boot holen oder ehemalige Teilnehmende wieder aktivieren? Wie werden die Themen an die Entscheidungsträger weitergegeben?

Geißler betonte, dass er dem Oberbürgermeister die Ergebnisse mitteilen werde, angedacht sei auch eine Mitteilungsvorlage für den Stadtrat. Für konkrete Maßnahmen und Ideen sei er dankbar. Auch über die Organisation von Themenveranstaltungen denke er nach. Der nächste Termin soll Anfang Dezember stattfinden – mit Beginn um 18 statt wie bisher um 17 Uhr.

Weitere Information unter:
klimaschutzmanagement@rothenburg.de

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