Das in Teilen stark überalterte Wasserrohrleitungsnetz der Stadt Feuchtwangen soll zeitnah und systematisch saniert werden. Zudem hat der Werkausschuss einmütig beschlossen, dass die Stadtwerke die erforderlichen Verbundleitungen schnellstmöglich bauen und dazu die verfügbaren Fördermittel bestmöglich ausschöpfen.
In diesem Zusammenhang wurden eine umfassende Analyse des Netzes der Stadtwerke Feuchtwangen sowie die 2023 aufgetretenen Störungen - elf in Hauptleitungen und 17 an Hausanschlüssen - thematisiert: Technischer Werkeleiter Lothar Beckler stellte dabei einen klaren Zusammenhang zwischen der Häufigkeit dieser Störungen und dem Alter der Leitungen her. In diesem Sinn unterstrich auch Bürgermeister Patrick Ruh den dringenden Handlungsbedarf.
Wie es hieß, ist eine sukzessive Erneuerung der 40 Jahre oder deutlich älteren Abschnitte der Rohre erforderlich. Mittelfristig müssten etwa 62 Kilometer der Leitungen saniert werden, sagte Technischer Werkleiter Beckler und beschrieb die Gesamtlänge des Netzes mit rund 146 Kilometern an Hauptleitungen und etwa 46 Kilometern an Hausanschlussleitungen. Die Finanzmittel für die geplanten Sanierungsprojekte seien bereits in der mittelfristigen Haushaltsplanung berücksichtigt.
Wie Beckler nach der Sitzung informierte, ist geplant, die Wasserversorgung in Breitenau und Ungetsheim strukturell zu verbessern. Dazu komme der Anschluss der noch nicht über ein öffentliches Netz versorgten Stadtteile Zumhaus, Zischendorf und Ratzendorf. Deren Bewohnerinnen und Bewohner bezögen ihr Wasser noch aus Hausbrunnen, wobei es bei deren Analysen teils regelmäßig Beanstandungen gebe.
Durch den zusätzlichen Anschluss dieser Orte erhöhe sich der Durchsatz, sodass für eine bessere Hygiene durch eine ständige Überwachung der Wasserqualität Sorge getragen werde. Die Kosten für diese künftige, etwa 4,5 Kilometer lange Verbundleitung bezifferte der Technische Werkeleiter auf 3,3 Millionen Euro, wobei er sich Fördermittel in Höhe von 900.000 Euro erhoffe.
Darüber hinaus beabsichtigen die Stadtwerke eine Verbindung zwischen den Tälern von Sulzach und Wörnitz mit einer Leitungslänge von rund 3,8 Kilometern zu legen, über die der Regelbetrieb in Richtung der Kernstadt geplant ist. Die Investition dafür belaufe sich auf circa 1,9 Millionen Euro. Dazu könnte es eine Förderung von 760.000 Euro geben.
Derweil beläuft sich der Aufwand für die Sanierung der vorhandenen Rohre, die im Bereich der Kernstadt bis 2028 abgeschlossen sein soll, auf 6,7 Millionen Euro. Hier erwartet Beckler Fördermittel in Höhe von 2,7 Millionen Euro.
Schließlich sprach sich der Fachausschuss dafür aus, die für diese Projekte möglichen Zuschüsse nach Möglichkeit optimal zu nutzen. Zum Hintergrund erklärte der Technische Werkeleiter, dass das Programm zur Förderung wasserwirtschaftlicher Vorhaben in Bayern (RZWas) nach 2021 neu aufgelegt worden sei. Demnach gebe es für Verbundleitungen mit 200 Euro pro Meter nun deutlich mehr Geld als zuvor mit 80 Euro. Hingegen fielen die Zuschüsse für die Sanierung bestehender Leitungen mit aktuell 120 Euro pro Meter geringer aus als die bisherigen 180 Euro.