Geht das? Alt sein und sich einen Jugendtraum erfüllen? Eindeutig: ja. Zumindest ist das die Botschaft der Komödie „Altweiberfrühling“, die der Seniorenclub „Rostfrei“ des Landestheaters Dinkelsbühl leicht und heiter auf die Bretter des Theaters im Spitalhof gezaubert hat.
Mit Wortwitz und Ironie verlegt der Seniorenclub den Ort des Geschehens, bei dem sich vier ältere Frauen gegen die gesellschaftlichen Konventionen auflehnen, ins fiktive „Finkelsbühl“. Ähnlichkeiten mit dem echten Dinkelsbühl sind da natürlich nicht ausgeschlossen und vielleicht sogar gewollt.
Das Frauenquartett auf der Bühne erobert die Herzen des Publikums im Sturm: Die quirlige Lisi (Luisa Hammerich), die vornehme Frieda (Karin Treu) und das Heimchen Hanni (Ruth Zinnecker-Hammerich), die ihre Freundin Martha Müller (Christa Becker-Hauf) bei der Verwirklichung ihres Jugendtraums, eine Dessous-Boutique, unterstützen.
Doch dieser spitzenmäßige Plan passt nicht so recht in die piefige Welt der Kleinstadt, findet Bürgermeister Fritz Hammel (Henning Boes), unterstützt von Assistentin Cora (Petra Schabka) und Pfarrer Walter Müller (Stefan Meinert). Die Männer haben mit dem ehemaligen Gemischtwarenladen der verwitweten Martha eigene egoistische Pläne.
Doch das kontern, zwar nach anfänglicher Skepsis, die resoluten Frauen aus und entlarven gleich auch noch die an den Tag gelegte Doppelmoral der Männer.
In dieser Geschichte geht es zwar auch um das gestörte Verhältnis zwischen den Generationen, um eine Mahnung vor der Entmündigung und Verdrängung alter Menschen. Aber vor alles ist „Altweiberfrühling“ ein Stück über die Selbstermächtigung von Frauen egal welchen Alters.
Margarit Ziellenbach hat mit Regieassistentin Ruth Klapötke, der Bühnenmalerei von Renate Weber und dem gut aufgelegten „Rostfrei“-Ensemble eine liebevolle Komödie mit stimmungsvollen Chansons auf die Bühne gezaubert, die die Hoffnung aufkeimen lässt: Es ist nie zu spät für Träume.
Für die Termine am 5. und 6. April gibt es wenige Restkarten. Auf der Freilichtbühne wird das Stück am 12. Mai um 19.30 Uhr gezeigt.