Manche wollen es in der Rente nochmals so richtig krachen lassen, sagt Heidi Wolfsgruber. Bildungsbeauftragte des evangelischen Bildungswerkes für den Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Sie möchten mit dem Partner schöne Sachen unternehmen, etwa länger verreisen. Manchmal klappt es nicht, wenn man selbst oder der Partner krank wird oder sogar stirbt.
Unter der Überschrift „Wenn der Wecker nicht mehr klingelt“ hält die Kirche nun eine unkonventionelle Veranstaltung bereit. Für Menschen kurz vor oder mitten in Rente und Ruhestand gibt es am Freitag, 16. Mai, ab 18 Uhr eine kleine gottesdienstliche Feier mit Impulsen, Liedern und Musik und dem Angebot, sich einen persönlichen Segen zusprechen zu lassen.
Ein Zusammensein schließt sich an. Dabei besteht die Möglichkeit zum Austausch und gegenseitigem Kennenlernen bei Imbiss und Getränken. Die musikalische Begleitung übernehmen die Band „Four Sax“ und Christoph Beyrer am Keyboard.
Die Veranstaltung findet im Innenhof des evangelischen Gemeindezentrums in Neustadt, Im Schloßgraben 1, statt. Sie ist eine Kooperation zwischen evangelischem Bildungswerk, Diakonie und dem kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kdA). Neben dem Vorbereitungsteam mit Diakon Jürgen Rotter, Diakon René Steigner und Pfarrerin Heidi Wolfsgruber wirken Dekanin Ursula Brecht und Pfarrerin Ruth Neufeld aus Neustadt mit. Nach dem Start in Neustadt ist die nächste Veranstaltung für 10. Oktober in Uffenheim geplant und eine weitere dann in Bad Windsheim vorgesehen.
Am Anfang des Ganzen stand eine Idee: Ausgehend von den „Kasualien“, bei denen die Kirche mitwirkt – die klassischen Kasualien werden bei Geburt-Taufe und Tod-Bestattung praktiziert – war Wolfsgruber auf die Idee gekommen.
Auch der Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand stellt ihres Erachtens eine Übergangssituation im Leben dar. „Wichtig ist uns aber die Möglichkeit zur persönlichen Segnung, da Lebensübergänge immer auch Herausforderungen mit sich bringen“, so Wolfsgruber. „Gerne segnen wir daher auch Paare, von denen einer in den Ruhestand geht, der andere noch weiter im Arbeitsleben steht.“
Nicht selten sei dies eine Krisensituation, bei der sich die Familie neu aufeinander einstellen muss. Den anschließenden Austausch nach der kleinen gottesdienstlichen Feier leitet Dekanin Ursula Brecht ein. Sie hat zwar selbst noch einige Jahre bis zu ihrem Ruhestand im Frühsommer 2029, macht laut Wolfsgruber aber die Erfahrung, dass das näher rückende Berufsende durchaus in das aktuelle Arbeitsleben hineinwirkt.
Das Vorbereitungsteam hat sich von dem gleichnamigen Angebot in Augsburg inspirieren lassen, es aber auf die ländliche Situation übertragen. Im Landkreis soll die Veranstaltung nicht regelmäßig an einem Ort angeboten werden, sondern durch die Region wandern.
Zu den Angeboten in Neustadt, Uffenheim und Bad Windsheim wird ein eintägiger Workshop am Samstag, 8. November, mit Pfarrerin Heidi Wolfsgruber und Diakon René Steigner zum Thema „Wenn der Plan nicht aufgeht“ abgehalten. Ort und Zeit sind noch nicht bekannt. Mehr Informationen sind unter www.bildung-evangelisch.com abrufbar.