Einkaufen an sieben Tagen in der Woche, und das im Selbstbedienungsverfahren zu erweiterten Geschäftszeiten. Dies will die Gemeinde Wieseth jetzt ihrer Einwohnerschaft in Form eines „Tante- M-Ladens“ ermöglichen und so die Grundversorgung für den Alltag garantieren – allerdings „ohne Alkohol und Zigaretten“.
Ein Angebot in dieser Form sei das einzige, das in der Kommune möglich sei, verwies Bürgermeister Walter Kollmar im Gemeinderat auf seine vergeblichen Initiativen, einen Lebensmittelmarkt für Wieseth zu gewinnen. Insofern könne die Gemeinde als „Franchise-Unternehmer“ eine Alternative bieten, die auf die Bedürfnisse im Ort ausgerichtet sei. Derweil sah das Gremium noch einigen Klärungsbedarf, zeigte sich dem Vorhaben gegenüber aber aufgeschlossen und gab einhellig grünes Licht für das weitere Vorgehen.
Rathauschef Kollmar, der mit dem Beschluss der Gemeinderäte den ersten Schritt als vollzogen wertete, wurde ermächtigt, sich weiter um das Anliegen zu kümmern und offene Fragen zu klären. Als denkbare Unterkunft für den Laden habe er das Haus, in dem früher die Sparkassenfiliale untergebracht war, vor Augen. Der Eigentümer des Gebäudes würde eine Nutzung in dieser Art begrüßen.
Der Aufwand für notwendige Sanierungsmaßnahmen, deren Kosten die Gemeinde temporär übernähme, könnten sich auf bis zu 100.000 Euro summieren. Zudem seien 50.000 Euro Eigenkapital bereitzustellen, nannte der Bürgermeister als Konditionen. Zur Finanzierung des Vorhabens seien Zuschüsse vom Amt für ländliche Entwicklung zu erwarten, wobei eine zwölfjährige Mindest-Betriebsdauer des Ladens Voraussetzung sei.
Allerdings sei die Planung hinsichtlich des Personals eine zentrale Frage. Denn für die Betreuung des Ladens müssten Helfer oder Helferinnen gefunden werden.
Ein Tante-M-Laden könne zu einer Bereicherung für Wieseth werden, begrüßten Ratsmitglieder das Vorhaben. Der Standort werde sicherlich von seiner Lage an der Kreuzung zweier Staatsstraßen profitieren, die verkehrsmäßige Erschließung sei vorteilhaft.
Im Übrigen wollten die Verantwortlichen auf Erfahrungen in der Marktgemeinde Weiltingen aufbauen, zumal dort ein Tante-M-Laden erfolgreich betrieben werde. Diese Einrichtung funktioniere sehr gut, was Kollmar auch in Wieseth erwartet, wie er zuversichtlich sagte. Und wenn alles klappe, dann könne der Laden „im nächsten Jahr um diese Zeit“ laufen.