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Veröffentlicht am 18.04.2024 17:56

VR Bank im südlichen Franken: Fusion gut verkraftet

Die Vorstände Bernd Großmann (von links), Markus Pfeiffer und Wilfried Wiedemann präsentierten zufrieden die Zahlen der neuen VR Bank im südlichen Franken, ein knappes Jahr nach der Fusion. (Foto: Robert Maurer)
Die Vorstände Bernd Großmann (von links), Markus Pfeiffer und Wilfried Wiedemann präsentierten zufrieden die Zahlen der neuen VR Bank im südlichen Franken, ein knappes Jahr nach der Fusion. (Foto: Robert Maurer)
Die Vorstände Bernd Großmann (von links), Markus Pfeiffer und Wilfried Wiedemann präsentierten zufrieden die Zahlen der neuen VR Bank im südlichen Franken, ein knappes Jahr nach der Fusion. (Foto: Robert Maurer)

Jahr eins nach der Fusion: Die VR Bank im südlichen Franken hat ihre erste Bilanz vorgelegt. Die Verantwortlichen zeigen sich mit den erreichten Zahlen zufrieden.

Die VR Bank Feuchtwangen-Dinkelsbühl, die Raiffeisenbank Heilsbronn-Windsbach und die Raiffeisenbank Weißenburg-Gunzenhausen haben im vergangenen Juni eine Dreier-Hochzeit vollzogen. Das Geschäftsgebiet der neuen Volks- und Raiffeisenbank im südlichen Franken umfasst den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, den süd-westlichen sowie den östlichen Teil des Landkreises Ansbach und ragt im Westen ein Stück ins Württembergische. 39 Filialen betreibt die Bank. Hinzu kommen 15 Selbstbedienungs-Stationen und ein Telefoncenter, das am Tag 750 Anrufe abarbeitet.

Vier Milliarden Euro Bilanzsumme

Die Bilanzsumme blieb mit 3,96 Milliarden Euro nahezu auf den Punkt stabil (die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr sind jeweils die Summen der früheren drei Einzelbanken), obwohl der bayernweite Durchschnitt rückläufig war. Zum Vergleich: Die VR Bank Mittelfranken Mitte erreichte im vergangenen Jahr 4,01 Milliarden Euro. Ein Patt.

Der Bilanzgewinn der VR Bank im südlichen Franken lag bei 2,80 Millionen Euro, Die Einlagen wuchsen von 2,92 auf 2,97 Milliarden Euro, die ausgeschütteten Kredite von 2,774 auf 2,87 Milliarden Euro.

„Wir sind mehr als zufrieden”

Es gab Zeiten, da hätten Bänker bei solchen Entwicklungen vermutlich eher traurig dreingeschaut. Doch angesichts der schwierigen Marktlage mit sprunghaft gestiegenen Zinsen, hohen Inflationsraten und einer Fusion, zeigten sich Vorstandssprecher Wilfried Wiedemann und seine beiden Vorstandskollegen Bernd Großmann und Markus Pfeiffer froh über die Zahlen, die sie bei der Pressekonferenz in Gunzenhausen präsentieren konnten. „Wir sind mehr als zufrieden“, befand Vorstandssprecher Wiedemann.

Der juristische Sitz der VR Bank im südlichen Franken ist in Weißenburg, doch es gibt fünf Hauptgeschäftsstellen, um dezentral aufgestellt zu sein. Im Landkreis Ansbach liegen davon Windsbach, Feuchtwangen und Dinkelsbühl. Die letztgenannte Geschäftsstelle wird seit eineinhalb Jahren umgebaut und modernisiert. Es handelt sich um die aktuell größte Baumaßnahme der Bank. Bernd Großmann geht davon aus, dass bis Jahresende alles fertig sein wird.

Modernes Raumkonzept

Mit Wärmepumpe und Photovoltaikanlage wird das Gebäude zumindest rechnerisch energieautark. Die 100 Arbeitsplätze im Gebäude werden sich 120 Beschäftigte teilen. Die Sanierung dient auch dazu, auf ein modernes Raumkonzept bei den Beratungen umzustellen.

Stolz zeigte sich Wiedemann über das betreute Kundenvolumen. Das summiert sich auf 8,78 Milliarden Euro. Mit einem Plus von 5,1 Prozent liegt die junge Bank spürbar über dem Durchschnitt der Genossenschaftsbanken in Bayern (3,7 Prozent). Der Vorstandsvorsitzende: „Da muss man schon demütig sein. Die Menschen hätten mit ihrem Geld auch woanders hingehen können.“ Das zeigt für ihn das hohe Vertrauen, das die Bevölkerung in die Genossenschaftsbank hat.

Neue Mitglieder gewonnen

Das macht sich noch an einer weiteren Zahl fest. 64.005 Mitglieder hat die Bank, stellte Großmann fest. Das sind fast 900 mehr als vor einem Jahr und etwa die Hälfte der Kunden der Bank. Wiedemann spricht stolz von einer „enormen Mitgliederdurchdringung“.

Unter dem bayerischen Durchschnitt ist die VR Bank im südlichen Franken allerdings beim Betriebsergebnis. Das blieb mit 0,85 Prozent ziemlich genau auf dem Niveau der Vorjahre. Bayernweit gab es aber einen Sprung nach oben von 0,88 auf 1,01 Prozent. Dass die neue Genossenschaftsbank nicht besser abgeschnitten hat, führte Großmann auf die Fusion und auf den Umbau der Geschäftsstelle in Weißenburg zurück. Er ist zuversichtlich, dass der Wert im laufenden Jahr deutlich besser ausfallen wird.

613 Mitarbeiter, davon 54 Azubis

Die VR Bank im südlichen Franken versteht sich als „digitale Regionalbank“, wie es Wiedemann formulierte. Mehr als 70 Prozent der Konten sind fürs Onlinebanking freigeschaltet, fast 60 Prozent der Kunden nutzen das elektronische Postfach und fast ein Viertel erledigt Geschäfte über die Smartphone-App. Dennoch sei man überall in der Fläche mit Niederlassungen und kompetenten Ansprechpartnern vertreten.

Eine Filiale in Gunzenhausen hat die Bank im vergangenen Jahr geschlossen. Aktuell sind keine weiteren Veränderungen geplant, versichert Wiedemann. Er macht aber auch deutlich, dass das keine Garantie auf Dauer sein könne. Die Wirtschaftlichkeit jedes Standortes werde stetig überprüft.

613 Mitarbeiter zählt die Bank aktuell. Von den 54 Auszubildenden haben 19 im vergangenen Herbst begonnen. In diesem Herbst werden es vermutlich sogar 30 werden, kündigte Vorstand Markus Pfeiffer an. Während Unternehmen überall händeringend nach Nachwuchskräften suchen, kann er vermelden: „Wir erleben einen unheimlichen Run. Das hat auch mit unserer Größe zu tun.“

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