Diakoneo und eine Bietergemeinschaft, bestehend aus dem Landkreis Schwäbisch Hall sowie dem Gesundheits- und Bildungsanbieter SRH, haben sich auf die Aufnahme von Vertragsverhandlungen über den Trägerwechsel des Diakoneo Diak Klinikums Schwäbisch Hall verständigt.
In dem ersten gemeinsamen Papier sind Eckpunkte eines Vertrages enthalten, der nun verhandelt werden soll, informierten beide Seiten in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Der Kreistag in Schwäbisch Hall hat diesem Eckpunktepapier, das die Zukunft als Zentralversorger sichern soll, am Mittwoch zugestimmt.
Die Entscheidung des Kreistags macht den Weg frei für einen möglichen Übergang des Diak Klinikums in eine neue Trägerschaft zum 1. Januar 2025. Aufsichtsrat und Kuratorium von Diakoneo hatten zuvor zugestimmt, die Vertragsverhandlungen basierend auf dem Arbeitspapier weiterzuführen. Diakoneo und die Bietergemeinschaft steigen nun in Vertragsverhandlungen ein. Wichtiger Bestandteil wird die Erstellung eines tragfähigen medizinischen Konzeptes für die Region sein.
„Da die Politik keine klaren Entscheidungen getroffen hat, um das Gesundheitssystem angemessen zu strukturieren und finanziell abzusichern, waren wir gezwungen, selbst zu handeln. Dieser Schritt ist uns nicht leicht gefallen, doch er war unvermeidbar, um eine nachhaltige Zukunft für unsere Mitarbeitenden zu schaffen und gleichzeitig eine optimale Gesundheitsversorgung vor Ort für unsere Patientinnen und Patienten sicherstellen zu können“, wird Dr. Mathias Hartmann, Vorstandsvorsitzender von Diakoneo, in der Pressemitteilung zitiert.
Der Haller Landrat Gerhard Bauer sagt: „Ich bin froh, dass wir nach intensiven Gesprächen geeinte Eckpunkte für Vertragsverhandlungen haben und bin zuversichtlich, dass wir die Diak-Übernahme in kommunale Trägerschaft zusammen mit der SRH zum Jahresanfang 2025 hinbekommen. Der Landkreis wird damit seiner Verantwortung für die Krankenhausversorgung gerecht. Bleibt zu hoffen, dass die Bundespolitik in absehbarer Zeit für eine auskömmliche Krankenhausfinanzierung sorgt. Auf Dauer werden die Kommunen neben den vielen gesetzlichen Pflichtaufgaben nicht weiterhin so hohe Millionendefizite für die Krankenhäuser tragen können.“
Der Gesundheits- und Bildungsanbieter SRH ist bei Diakoneo kein Unbekannter. Er hatte bereits die von Diakoneo gegründete Wilhelm-Löhe-Hochschule von dem Sozialunternehmen übernommen. Das Neuendettelsauer Sozialunternehmen will außerdem seine Nürnberger Krankenhäuser, die Klinik Hallerwiese und die Cnopfsche Kinderklinik, verkaufen. Im Gespräch als Käufer war hier bisher das städtische Klinikum.
Insgesamt schrumpft das Unternehmen dadurch erheblich. Diakoneo hat sich noch nicht dazu geäußert, welche Folgen das für die Arbeitsplätze in der Firmenzentrale in Neuendettelsau haben wird.
2019 hatte hatte sich die damalige Diakonie Neuendettelsau mit dem deutliche kleineren Diak Schwäbisch Hall zu Diakoneo zusammengeschlossen. Damals hatte man gehofft, durch einen größeren Gesundheitsbereich wirtschaftlicher arbeiten zu können. In den Jahren danach wuchs jedoch – wie in vielen anderen Krankenhäusern – das Defizit. Kommunale und staatliche Stellen lehnten den Wunsch des Diakoneo-Vorstands ab, zusätzliche Mittel bereitzustellen.