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Veröffentlicht am 13.03.2023 19:17

Rothenburg: Textile Werke unterm Einfluss der Natur

Die Natureinflüsse im Wildbad will die Künstlerin Alex Hojenski in ihre Arbeit mit einbeziehen. Ideen für ihr Werk hat sie bereits, wie genau sie es gestalten will, ist aber noch offen. (Foto: Elke Walter)
Die Natureinflüsse im Wildbad will die Künstlerin Alex Hojenski in ihre Arbeit mit einbeziehen. Ideen für ihr Werk hat sie bereits, wie genau sie es gestalten will, ist aber noch offen. (Foto: Elke Walter)
Die Natureinflüsse im Wildbad will die Künstlerin Alex Hojenski in ihre Arbeit mit einbeziehen. Ideen für ihr Werk hat sie bereits, wie genau sie es gestalten will, ist aber noch offen. (Foto: Elke Walter)

Das Kunstprojekt Art Residency geht in eine neue Runde. Gestern wurde Alex Hojenski als neue Künstlerin vorgestellt. Einen Sommer lang wird sie im Wildbad arbeiten und ein Kunstwerk vor Ort für den Skulpturenpark entwickeln. Die Werkübergabe soll am 19. Oktober erfolgen.

Alex Hojenski folgt auf Arianna Moroder, die ihre Installation „Paradise Now“ im Oktober des Vorjahres der Öffentlichkeit präsentiert hatte. Mit ihr kommt nun eine junge Künstlerin mit fränkischen Wurzeln zum Zug. Die gebürtige Rotherin, Jahrgang 1989, studierte an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg sowie im Master-Studium (Bildende Kunst, Fachbereich Malerei) an der Hamburger Hochschule für bildende Künste.

Prozess des Entstehens als Herausforderung

Bei zahlreichen Ausstellungen und Projekten hat die junge Künstlerin ihr Können bereits gezeigt. Unterstützt wurde ihre Arbeit im Rahmen verschiedener Förderungen und Preise. Für ihre künstlerische Tätigkeit erhält sie in diesem Jahr den Volker-Hinninger-Kunstpreis der Stadt Bamberg. Inzwischen lebt und arbeitet Alex Hojenski in Hamburg. Besonders spannend findet sie es, jetzt in Rothenburg arbeiten zu dürfen.

Wie genau sie dort ihr Objekt gestalten wird, ist noch offen. Ideen dazu hat sie aber bereits. Mit textilem Gewebe möchte sie arbeiten, ein Kunstwerk für den Außenbereich schaffen. Einen möglichen Ort, vermutlich eine Hanglage, hat sie zwar schon im Blick, aber noch nicht genau festgelegt. „Da müssen“, sagt sie, „erst noch einige Dinge geklärt werden.“

Wasser, Moose, Pilze oder Blätter

Eine Idee zu haben ist das eine, sie umzusetzen eine andere Sache. Diesen Prozess des Entstehens sieht sie als Herausforderung. Einbeziehen möchte sie bei ihren Arbeiten immer auch Natureinflüsse, also Wasser, Moose, Pilze oder auch Blätter. Das verwendete textile Gewebe und auch die anderen Materialien werden sich dadurch verändern.

Die angedachte Hanglage, betont sie, ermögliche unterschiedliche Blickwinkel, etwa eine Sicht von oben auf das Objekt oder auch ein Erleben aus unmittelbarer Nähe. Verschiedene Standorte lassen auch Größenverhältnisse unterschiedlich erscheinen. Betrachterinnen und Betrachter sollen die Möglichkeit erhalten, den verwendeten Materialien in ganz unterschiedlichen Dimensionen zu begegnen, beschreibt Alex Hojenski ihre Ideen.

Begehbare Kunst, die Räume schafft

Wichtig ist ihr außerdem die Begehbarkeit ihrer Kunstwerke, die oft eine Art Behausung suggerieren. Sie möchte Räume schaffen, die ohne jegliches Vorwissen von allen Menschen geistig, körperlich und sinnlich erfahren werden können. „Stoffen“, sagt sie, „begegnet jeder im Alltag, und gleichzeitig beginnt Malerei oft auch auf einem textilen Untergrund.“ Sie lasse einfach den Keilrahmen weg.

Pfarrer Dr. Wolfgang Schumacher, Leiter der Evangelischen Tagungsstätte Wildbad, sowie Helmut Braun, Leiter des Kunstreferats der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, betonten den besonderen Wert von Hojenskis künstlerischer Tätigkeit wie auch des Kunstprojektes an sich.

Beim „Offenen Atelier“ (23. Juli und 27. August) können Interessierte der Künstlerin über die Schulter schauen. Ein Ferienworkshop ist am 27. August für Kinder geplant, ebenso ein Aktionstag am 24. September. Nähere Informationen dazu unter www.wildbad.de.


Von Elke Walter
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